News der Sunset-Ranch

Hier könnt ihr über Eure neuen Modelle berichten, oder was bei Euch sonst so los ist...

Moderator: Okandada-Ranch

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Nelly
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Re: News der Sunset-Ranch

Beitrag von Nelly » 23. März 2019, 23:41

Danke. Freue mich immer über Lob. Das motiviert immer so zum weiterschreiben, weil man dann das Gefühl hat, dass es auch gelesen wird ;)

Und damit es hier voran geht, gleich der nächste Abschnitt:

Doch obwohl Emma nicht die geringste Spur von Lucas oder seinem Zelt gefunden hatte, musste sie während der nächsten Tage immer wieder an ihn denken. Warum war er dort gewesen? Woher kam er? Und war er tatsächlich aus der Gegend verschwunden? Ein wenig ärgerte sie sich auch über sich selbst. Sie hatte sich ihm gegenüber wie eine schreckliche Besserwisserin erhalten. Was musste er von ihr denken? Kein Wunder, dass er verschwunden war. So wie sie sich benommen hatte musste er ja annehmen, dass sie ihn verraten würde. Erinnerungen kamen in ihr hoch. Sie ließ sich auf ihr Bett fallen und dachte an die kleine Farm in Otago auf der sie einen Teil ihrer Kindheit verbracht hatte. Sie war die älteste der vier Kinder gewesen, auch wenn Linda nun nur ein Jahr jünger war als sie selbst. Dennoch hatte sie gemeinsam mit Linda viel auf die beiden Kleinen aufgepasst, wenn Helena am arbeiten war. Und dann war da natürlich auch noch die Kinder des benachbarten Maoristammes. Mit den gleichaltrigen hatten sie viel gespielt aber auch dort musste natürlich auch auf die Kleineren geachtet werden. Während Emma so an ihre Gefährten aus ihrer Kindheit dachte wurde sie traurig, immerhin dürften diese inzwischen alle längst unter der Erde sein, wenn es hoch kam, könnte sie höchstens noch deren Enkelkinder treffen. Sie schob die Gedanken beiseite, richtete sich auf und beschloss hinaus zu gehen und Rasmus für einen Ausritt zu satteln.
Inzwischen waren fast drei Wochen vergangen seit dem Emma Lucas begegnet war, während der letzten Zeit war sie immer wieder alleine auf verschiedenen Wegen ausgeritten, anfangs hatte sie noch darauf spekuliert Lucas´ Zelt irgendwo zu entdecken, doch inzwischen war sie davon überzeugt, dass er längst wieder zu Hause war, wo auch immer das sein mochte. Außerdem hatte sich auch das Wetter inzwischen deutlich verschlechtert und es war noch einiges kälter geworden, gerade nachts.
An diesem Tag als Emma nachmittags mit den Hausaufgaben fertig war, war es noch relativ früh und so wollte sie die Gelegenheit noch zum Reiten nutzen. Also ging sie nun hinaus zur Koppel. Sie holte Rasmus und nachdem der Norweger geputzt und gesattelt war, ritt sie los. Sie war schon eine Weile unterwegs und ritt gerade in Gedanken versunken einen Weg entlang, als Rasmus plötzlich schnaubend stehen blieb. Emma blickte auf und starrte fasziniert auf das Eichhörnchen welches mitten auf dem Weg saß und sie anstarrte. Als Emma sich wieder aus ihrer Starre löste und sich bewegte, sprang das Eichhörnchen rasch ein Stückchen weg, blieb dann jedoch sitzen und starrte sie erneut an. Emma kam das Verhalten des Tieres irgendwie merkwürdig vor, dennoch war sie nun neugierig. Also lenkte sie Rasmus nun vom Weg weg und lenkte ihr Pony in die Richtung in der des Hörnchen verschwunden war. Das Tierchen konnte sie nun nicht mehr entdecken, dennoch folgte sie dem Pfad weiter. Nach einer Weile lichteten sich die Bäume und auf einmal erblickte sie ein blau-beiges Zelt vor sich.
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Verblüfft starrte sie das Zelt an. Lucas?! War er etwa doch noch hier?
Vorsichtig ritt Emma nun näher. Ihr Blick fiel auf die Feuerstelle die bestimmt schon einige Zeit nicht mehr an war. „Hallo?!“ erkundigte sie sich vorsichtig. Keine Antwort. Dann saß sie ab und trat auf das Zelt zu. Einen Moment zögerte sie, blickte sich um und klopfte dann vorsichtig gegen die Zeltplane. „Hallo? Jemand da?“ Emma lauschte. Keine Reaktion.
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Dann hörte sie jedoch ein ganz leises rascheln. Kam das von drinnen? Sie klopfte noch einmal. Wieder nichts. Gerade wollte sie sich umdrehen, da erklang aus dem Zelt ein Husten. Und das Husten klang alles andere als gut. Vorsichtig öffnete sie den Eingang des Zeltes nun einen Spalt. „Hallo? Lucas? Bist du da drin?“ Als Antwort nur ein erneutes Husten. Emma öffnete das Zelt nun weiter. Kurz darauf blickte sie nun erschrocken in Lucas Augen der in seinen Schlafsack gekauert lag und gerade zum dritten Mal hustete und so aussah als ob es ihm alles andere als gut ging. Im ersten Moment wusste Emma nicht was sie sagen sollte, dann jedoch sagte sie feststellend: „Um ehrlich zu sein, du siehst ziemlich scheiße aus.“
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Als Lucas nun kurz grinste, atmete Emma auf. Zumindest nahm er ihr den Kommentar nicht übel. Nun jedoch erkundigte sie sich danach wieso er noch immer hier war wo er doch eindeutig krank zu sein schien. „Warum bist du nicht nach Hause zurückgekehrt,… ich dachte du wärst längst fort, dein Zelt war weg,…“. Lucas zuckte mit den Schultern, dann erzählte er ihr, dass er bloß den Standort geändert hatte da er vermeiden wollte gefunden zu werden. „Wusste doch nicht ob du mit verraten würdest,…“. Emma blickte ihn an und erwiderte: „Das hätte ich nicht. Ich wusste doch gar nichts über dich,… aber was ist geschehen? Du bist krank. So kannst du doch nicht hier bleiben, du musst ins Warme. Du kommst jetzt einfach mit zu mir nach Hause,…“. Daraufhin schüttelte Lucas´ den Kopf. „Nein. Was sollen wir deinen Eltern erzählen…?“. Emma zuckte mit den Schultern. „Du bist ein Freund von mir aus der Schule,…“. Doch Lucas schüttelte mit dem Kopf, „…damit werden wir nicht durchkommen. Deine Eltern würden bei meinen anrufen wollen,…“. Emma blickte ihn an. Ganz unrecht hatte Lucas sicher nicht und wenn er unter keinen Umständen mit zu ihr nach Hause kommen wollte, musste sie das akzeptieren. Doch sie konnte ihn ebenso wenig hier lassen also meinte sie: „Na schön, dann versteckst du dich eben bei uns auf dem Hof auf dem Heuboden, da ist es allemal wärmer als hier im Zelt und ich kann dir heißen Tee und etwas zu essen rüber bringen.“
Lucas blickte das Mädchen an. Der Gedanke an einen warmen Schlafplatz und etwas zu essen war sehr verlockend. Doch was wenn er entdeckt würde? Doch er sah auch ein, dass es so nicht weiter gehen konnte, also gab er schließlich nach. „Na schön, aber kommen deine Eltern nicht auf den Heuboden?“ Emma zuckte mit den Schultern und erwiderte: „Ein bisschen müssen wir aufpassen, aber wir richten dir einfach ganz hinten ein Versteck ein. Und sei mal sicher, dass es auch in meinem Interesse ist, dass dich niemand entdeckt. Wenn meine Granny rauskriegt dass ich einen todkranken Jungen auf unserem Heuboden verstecke, dann reißt sie mir den Kopf ab,…“. Erschrocken blickte Lucas Emma nun an. Er war sich nicht sicher ob das Ganze wirklich so eine gute Idee war wenn ihre Granny so ein Drachen war. Als er Emma jedoch nun vorsichtig darauf ansprach lachte diese nur und klärte ihn auf: „Mach dir keine Sorgen, so schlimm ist sie nun wirklich nicht. Bloß wenn sie von dir erfahren würde, dann würde sie dich erstmal im Gästezimmer ins Bett stecken dir ne Hühnersuppe und Tee kochen und dann deine Eltern kontaktieren und eben das Letztere willst du ja nicht.“ Er schüttelte den Kopf. Dann reichte Emma ihm ihren Schal und gemeinsam packten die Beiden nun Lucas´ Habseligkeiten zusammen. Schließlich reichte Emma reichte ihm dann ihren Helm und meinte: „Hier. Du kannst dich für den Weg auf Rasmus setzen.“ Nun jedoch wehrte Lucas ab. „Ich kann nicht reiten.“ Doch Emma erwiderte nur: „Das macht nichts. Du brauchst nichts weiter machen. Nur drauf sitzen. Ich führe ihn auch.“ Widerstrebend nahm Lucas nun den Helm entgegen, setzte diesen auf und stieg dann in den Sattel des Ponys. Anerkennend nickte Emma. „Das Aufsitzen klappte doch sogar ganz gut, sogar alleine.“ Dann machten sich die Beiden auf den Weg in Richtung Ranch.
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Als die Beiden schließlich mit Rasmus die Ranch erreichten, fing es gerade wieder an zu nieseln. Emma stellte erleichtert fest, dass der Hof menschenleer war.
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Sie führte Rasmus hinüber zum Stall und nachdem Lucas abgestiegen war, sattelte sie das Pony rasch ab, kratzte noch einmal die Hufe aus und meinte dann: „Ich muss ihn kurz hinüber zur Koppel bringen, am Besten kommst du kurz mit.“ Lucas nickte nur und folgte Emma und ihrem Pony. Er sah sich auf dem Hof um. Ein Teil von ihm war froh, dass Emma ihn gefunden hatte. Er musterte sie unauffällig, er schätzte sie ungefähr so alt wie seine Schwester.
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Nachdem Emma das Pony auf der Koppel frei gelassen hatte und der Norweger direkt an die Heuraufe gegangen war, wandte Emma sich ihm zu und nun gingen sie hinüber zum Stall. Emma führte ihn eine schmale Holztreppe hinauf auf den Boden und erklärte: „“Und mach dir keine Sorgen, hier rauf kommt nur selten jemand, der Boden ist eher eine Art Gerümpelkammer, seit wir hier auf dem Hof das Heu und Stroh auf Rundballen haben wird der Boden kaum noch genutzt.“ Sie führte ihn nach ganz hinten wo hinter einigem Gerümpel noch ein paar aufgeschichtete Heuballen lagen, ein paar Decken und sogar ein kleiner Klapptisch aus Holz. Zur Erklärung meinte Emma: „Das Zeug ist von meinen Freundinnen und mir, wir haben uns hier so eine Art Unterschlupf gebaut. Ich geh gleich rüber und hol dir was zu essen und noch ein paar Decken. In der Zwischenzeit kannst du es dir hier schon mal ein bisschen gemütlich machen.“
Lucas nickte und sah sich in dem kleinen Unterschlupf um. Als Emma sich nun wieder in Richtung Treppe wandte, sprach er sie noch einmal an. Als sie sich nun zu ihm umdrehte fiel ein leichter Lichtstrahl auf ihr Haar und ließ es leicht golden schimmern. Einen Moment war er abgelenkt, dann setzte er fort: „Danke. Für alles.“ Emma winkte jedoch ab und erwiderte: „Ach, da nicht für. Ich hätt dich ja schlecht da in dem Zelt liegen lassen können,“ sie lächelte. Dann verschwand sie nach unten. Lucas sah ihr noch einen Moment nach, dann jedoch merkte er, dass ihn der Weg hierher doch ziemlich angestrengt hatte. Er griff nach einer der Decken und ließ sich dann aufs Heu sinken. Vor seinem inneren Auge erschien noch einmal Emmas Lächeln, doch dann war er auch schon eingeschlafen.
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Inzwischen stand Emma in der Küche. Sie hatte den Wasserkocher angeschmissen und während sie darauf wartete, dass das Teewasser kochte, schmierte sie ein paar Sandwiches.
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In dem Moment kam Catalina in die Küche um das Abendessen vorzubereiten. „Emma, was machst du denn da?“ wunderte sie sich, „es gibt doch gleich Abendessen.“ Erschrocken fuhr Emma zusammen und drehte sich zu Catalina um. Dann jedoch lächelte sie und erwiderte: „Och, ich wollte mir bloß was mit hochnehmen, hab noch Hausaufgaben,… und wollte mich noch mit ner Freundin treffen.“
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Catalina blickte ihre Enkelin einen Moment kritisch an, dann meinte sie: „Na gut,…“ in dem Moment fiel ihr Blick jedoch auf die Etiketten die aus der Thermoskanne hingen. Catalina runzelte die Stirn und erkundigte sich dann: „Seit wann trinkst du denn den Fenchel-Anis-Kümmeltee?“ Emma blickte auf und sah Catalina an, einen Moment wusste sie nicht was sie antworten sollte. „Ach,… äh, den,… hab ich letztens bei Elli getrunken als ich dort mal nach nem Lernnachmittag mit zu Abend gegessen hatte.“ Dann drehte sie rasch die Thermoskanne zu, machte noch ein Stück Folie über den Teller mit den Sandwiches und eilte dann aus der Küche und ging die Treppe nach oben. Sie achtete extra darauf normal hörbar die Treppe rauf zu gehen. In ihrem Zimmer ging sie zum Schreibtisch, schaltete die Lampe an und ging dann wieder hinaus. Sie verschloss die Tür und schlich dann lautlos die Treppe wieder hinunter. Als sie kurz darauf endlich den Stall erreichte, atmete sie erleichtert auf. Dass war ja gerade noch einmal gut gegangen. Kaum zu glauben, dass sie um ein Haar nur wegen der Teesorte aufgeflogen wäre. Im Stall blickte sie sich kurz um, dann huschte sie die Treppe nach oben. Als sie jedoch wieder zu Lucas kam, stellte sie fest, dass er schlief. Lächelnd ruhte ihr Blick einen Moment auf ihm. Dann stellte sie leise den Teller, die Kanne und den Becher auf das Tischchen und ging hinunter in die Sattelkammer und holte noch zwei warme Pferdedecken. Oben auf dem Boden deckte sie Lucas noch mit den zusätzlichen Decken zu und ging dann wieder leise zurück ins Haus. Als sie gerade ihre Schuhe auszog kam Jacob gerade aus dem kleinen Bad. Überrascht blickte er Emma an. „Ich dachte du bist oben und machst Hausaufgaben,…“. Emma erschrak einen Moment, dann jedoch erwiderte sie: „Hab bloß mein Handy geholt, hatte es vorhin in der Sattelkammer liegen lassen.“ Dann beeilte sie sich nach oben zu kommen.
Jacob blickte ihr nach. Er war sich fast sicher, dass sie gelogen hatte. Andererseits, seit diesem blöden Vorfall im Sommer schien sie ihm ohnehin nicht mehr recht zu trauen. Aber zumindest hielt sie dicht, also würde er ihr jetzt auch keine weiteren Fragen stellen.

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Nelly
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Re: News der Sunset-Ranch

Beitrag von Nelly » 24. März 2019, 21:58

Als Catalina am folgenden Morgen gerade dabei ist den Frühstückstisch zu decken, kommt Lucie herein. Als diese ihre Mutter erblickt wendet sie sich an Catalina und erkundigt sich: „Mum, hast du Emma heute Morgen schon gesehen? Ich war gerad oben um zu sehen ob sie schon auf ist und da war ihr Zimmer leer und als ich am Bad klopfte kam auch keine Antwort,…“. Überrascht blickte Catalina ihre Tochter an, dann schüttelte sie mit dem Kopf. „Steht denn ihre Schultasche noch da? Vielleicht ist sie schon los.“ Daraufhin nickte Lucie, „Die habe ich im Flur gesehen.“ Catalina lächelte ihrer Tochter aufmunternd zu, „Dann wird sie sicherlich gleich kommen, sie ist eben ein Teenager, an solches Verhalten gewöhnst du dich schon. Was meinst du, was du mir für Sorgen bereitet hast als du in Emmas Alter warst,…“. Lucie nickte nur leicht, doch wirklich beruhigen tat sie der Gedanke dann nicht. Immer wieder wanderte ihr Blick zur Tür. Als Catalina die Blicke ihrer Tochter bemerkte musste sie lachen. „Hey, deine Tochter wird schon nicht mit nem Kerl durchgebrannt sein,…“. Nun musste auch Lucie kurz grinsen, doch die Sorge blieb.
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In dem Moment hörte man die Haustür gehen und Lucie sprang auf, doch es war nur Jason der kurz darauf in die Küche kam.
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Gut gelaunt grüßte er erst Lucie und trat dann auf Catalina zu, nahm sie von hinten in den Arm und küsste sie sanft auf die Stirn.
Als Jason sich nun auf den Stuhl neben Catalina setzte, wandte sich Lucie nun an ihn, er kam aus dem Stall vom Füttern, vielleicht war Emma ja schon draußen gewesen. „Jason, hast du Emma heute Morgen schon gesehen?“ Überrascht blickte Jason sie jedoch an und erwiderte: „Sollte ich? Ich komme vom Füttern aus dem Stall,…“. Hilflos ließ Lucie die Schultern fallen und meinte: „Oben ist sie nicht, Mum hat sie auch noch nicht gesehen, ich dachte, vielleicht war sie schon draußen im Stall,…“. Jason schüttelte mit dem Kopf. Er hatte Emma an diesem Morgen noch nicht gesehen, weder im Haus, noch im Stall, noch auf dem Hof. Allerdings würde er auch nicht beschwören, dass sie nicht hinausgegangen war. „Vielleicht ist sie bei Jacob, den hab ich heute Morgen auch noch nicht gesehen,…“. Doch Lucie schüttelte mit dem Kopf, „Der ist heute Morgen schon früh zur Arbeit gefahren, sagte was von einem größeren Auftrag wo er heute mit seinem Chef hin muss.“

Am neuen Morgen erwachte Emma schon sehr früh. Sie blickte auf die Uhr und beschloss, dass es das Beste war wenn sie gleich Frühstück für Lucas machte und nach ihm sah. Noch schliefen die Erwachsenen. Rasch stand sie auf, machte ihr Bett, ging ins Bad und zog sich dann an. Als sie die Treppe runterkam sprang der Jack Russel Terrier Jack bereits aufgeregt an ihr hoch. Rasch brachte sie ihn zum Schweigen und steckte ihm und den beiden anderen Hunden etwas zu Fressen zu. Dann machte sie sich daran Teewasser aufzusetzen und Frühstück zuzubereiten. Im Flur zog sie ihre Jacke an und ging mit Jack und der Border Colliehündin nach draußen. So konnte sie bei ihrer Rückkehr vorgeben mit den Hunden rausgegangen zu sein falls Fragen aufkommen würden. Als sie kurz darauf auf den Heuboden stieg und Lucas‘ Lager erreichte, fand sie ihn wach vor. Er hatte sich aufgesetzt und trank gerade einen Becher Tee. Jack lief nun gleich aufgeregt kläffend auf Lucas zu und sprang auf dessen Lager. Lucas stellte den Becher rasch ab und begrüßte lachend den frechen Hund. „Hi, guten Morgen,“ begrüßte Emma ihn. „Wie geht es dir heute Morgen?“ Lucas blickte auf und lächelte kurz, dann jedoch erwiderte er schulterzuckend: „Es geht so,… mir ist noch kalt.“
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Besorgt ließ Emma ihren Blick über Lucas schweifen der neben den Decken nun auch noch einen warmen Schlafsack hatte, den sie ihm am vergangenen Abend später noch gebracht hatte. Dann hob sie den Korb an den sie bei sich hatte und meinte: „Hier. Ich hab Frühstück mitgebracht, eine neue Kanne Tee und eine Wärmflasche hab ich auch noch eingepackt.“ Lucas lächelte schwach. „Danke,…“. Nun setzte Emma sich zu ihm, goss ihm nun neuen heißen Tee ein und während Lucas nun vorsichtig trank blickte sie ihn eine Weile schweigend an. Auf einmal wurde ihr bewusst, dass sie bisher noch gar nichts von ihm wusste. Sie hatte einen völlig Fremden einfach mit nach Hause genommen und auf dem Heuboden einquartiert ohne über mögliche Folgen nachzudenken. Was wenn er sich als Psychopath entpuppte? Dann jedoch schob sie den Gedanken beiseite. Was für ein Blödsinn. Ihre Phantasie ging mit ihr durch. Wahrscheinlich war er einfach nur ein ganz normaler Junge der Streit mit seinen Eltern hatte und halt abgehauen war. Nun bemerkte auch Lucas Emmas Blicke. Er sah sie an. Woran sie wohl gerade dachte? Er ließ einen kurzen Blick durch den Raum schweifen und sah dann wieder Emma an. Ob sie bereute ihn mit hierher gebracht zu haben? Immerhin kannte sie ihn überhaupt nicht und wenn er entdeckt würde, würde sicher auch sie Ärger bekommen. „Woran denkst du?“ fragte er, „Bereust du mich mitgenommen zu haben?“ Daraufhin jedoch schüttelte Emma mit dem Kopf. „Nein. Auf keinen Fall. Ich würde es immer wieder tun,“ sie lächelte und fuhr dann fort, „es ist nur so, ich weiß noch gar nichts von dir. Wo kommst du eigentlich her? Wie alt bist du überhaupt…?“ Daraufhin wandte Lucas sich nun seinem Tee zu und trank einen Schluck um Zeit zu gewinnen. Früher oder später musste diese Frage ja kommen. Doch nach allem was sie für ihn getan hatte und die Risiken die sie eingegangen war um ihm zu helfen, verdiente sie nun eine Erklärung, Er überlegte einen Moment wieviel er ihr erzählen konnte. Zunächst beantwortete er erst einmal ihre Fragen.
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Er erzählte ihr, dass er vor einigen Wochen sechzehn geworden war, aus Erfurt kam und von zu Hause abgehauen war. Emma blickte ihn an. Dass er abgehauen war, hatte sie ja ohnehin bereits vermutet, nun hatte er also ihre Vermutung bestätigt. „Aber was ist mit deiner Familie? Oder hast du keine Familie? Machen die sich keine Sorgen? Und was ist mit der Schule…? Oder warst du auf der Hauptschule?“. Bei ihren Fragen musste Lucas kurz lächeln, „Nein, ich war nicht auf der Hauptschule, ich gehe in Erfurt aufs Gymnasium,…“, dann jedoch wurde sein Blick wieder hart. „Doch, natürlich habe ich eine Familie, oder zumindest habe ich das lange geglaubt. Denn welche Eltern belügen ihr Kind jahrelang.“ Betroffen blickte Emma ihn nun an und erkundigte sich dann: „Aber warum bist du ausgerechnet hier in unsere Gegend gekommen?“ Lucas stöhnte auf. Blieb ihm denn keine Frage erspart. Na schön. Dann antwortete er: „Ich, war auf dem Weg zu meinem leiblichen Vater, aber dann hat mich der Mut verlassen, ich mein, er hat schließlich selbst eine Familie und mir kamen Zweifel ob er mich überhaupt will, naja und dann wurde ich schließlich krank und nun bin ich hier.“ Emma schwieg eine Weile, dann meinte sie zuversichtlich: „Weißt du was. Nun wirst du erstmal wieder gesund und dann gehen wir gemeinsam zu deinem Vater. Du wirst sehen, es wird bestimmt alles gut.“ Nun zuckte Lucas mit den Schultern, dann blickte er sie an und lächelte leicht. Ihre Zuversicht tat gut, doch dann erwiderte er: „Ich bin dir wirklich dankbar was du alles für mich getan hast,…“, er zögerte kurz in der Bewegung, dann nahm er sie kurz in den Arm und setzte dann fort, „aber ich denke, dass muss ich doch alleine machen.“ Er spürte zwar eine kleine Spur schlechtes Gewissen in sich, doch von diesem einen Punkt mochte er ihr dann doch nicht erzählen.
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Nun blickte Emma ihn einen Moment prüfend an. Die kurze Umarmung hatte sie ein wenig verblüfft. Doch vielleicht wollte er auch nur seiner Dankbarkeit ihr gegenüber Ausdruck verleihen. Sie ahnte, dass er ihr noch nicht alles erzählt hatte, doch sie würde vorerst nicht weiter nachfragen. Er hatte ihr schon viel mehr erzählt, als sie zu hoffen gewagt hatte. Dann warf sie einen Blick auf ihr Handy und meinte: „Ich denke, ich sollte langsam wieder ins Haus gehen, sonst kommt es doch noch zu unangenehmen Fragen. Und bald muss ich mich auch auf den Weg zur Schule machen.“ Dann verabschiedete sie sich bis zum Nachmittag, rief nach den Hunden und verließ dann den Heuboden.

In dem Moment hörten die Erwachsenen erneut die Haustür gehen und kurz darauf stürmten zwei aufgeregte Hunde in die Küche. Im nächsten Moment erschien dann auch Emma in der Küchentür. „Guten Morgen,“ grüßte sie gut gelaunt in die Runde. Die Erwachsenen starrten sie eine Weile an, dann meinte Lucie zu ihrer Tochter: „Emma, wo hast du gesteckt? Ich hab dich gesucht.“
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Emma blickte ihre Mutter überrascht an und meinte dann: „Ich war halt schon früh wach und da bin ich ne Runde mit den Hunden rausgegangen.“ Lucie blickte ihre Tochter an und erwiderte: „Seit wann gehst du, seit wann geht überhaupt jemand morgens um diese Zeit mit den Hunden? Die laufen doch ohnehin den ganzen Tag draußen auf dem Hof rum.“ Darauf zuckte Emma nur mit den Schultern und erwiderte, während sie sich in aller Ruhe an den Tisch setzte und zu frühstücken begann: „Ich hatte halt Lust drauf.“ Jason, der das Geschehen bisher schweigend verfolgt hatte, ergriff nun das Wort und meinte an Emma gewandt: „Deine Mutter hat sich jedenfalls ziemliche Sorgen gemacht, vielleicht, sagst du einfach beim nächsten Mal Bescheid oder schreibst einen Zettel.“ Emma verdrehte leicht die Augen, erwiderte jedoch: „Na schön, konnte ja nicht ahnen, dass hier gleich so ein Alarm ist,…“. Dann stand sie auf und ging wieder hinaus. An der Tür drehte sie sich noch einmal um und meinte mit Extrabetonung: „Ich mache mich jetzt für die Schule fertig und mache mich dann auf den Weg!“ Lucie wollte noch etwas erwidern, doch dann war Emma bereits durch die Tür verschwunden. Ärgerlich schimpfte sie: „Was ist nur los mit ihr?!“ Daraufhin meinte Catalina gelassen: „Pubertät. Ich fürchte, da musst du jetzt durch.“ Lucie verdrehte die Augen und klagte, „Ich verstehe nicht, wie du bei so einem Verhalten so gelassen bleiben kannst.“ Daraufhin lachte Catalina und erwiderte: „Ich hab doch dich aufgezogen.“ Lucie blickte ihre Mutter an und begehrte auf: „Hey, so schlimm war ich doch gar nicht!“ Daraufhin schwieg Catalina und grinste nur in sich hinein.

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Nelly
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Re: News der Sunset-Ranch

Beitrag von Nelly » 24. März 2019, 22:20

Später am Vormittag holte Jason den Schecken aus der Box der von der Rettmoor Lake Ranch für einige Zeit als Gastpferd auf der Sunset-Ranch untergebracht war. Zunächst holte er den Wallach aus dem Stall, band ihn draußen an und putzte ihn.
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Als das Pferd soweit sauber war ging er in die Sattelkammer, nahm ein Sidepull vom Haken und ein Pad vom Stapel und wandte sich nun dem Regal zu um auch eine Abschwitzdecke zu holen, doch nun stutzte er. Wo war denn die gelbe Abschwitzdecke hin? Die hatte er doch gestern Nachmittag noch selbst zusammengelegt und in dieses Regal gelegt. Kopfschüttelnd sah er sich in dem Raum um, doch die Decke war eindeutig nicht da! Grummelnd griff er schließlich nach einer anderen Decke, die jedoch eigentlich eine Stalldecke und keine Abschwitzdecke war, aber zumindest besser als nichts.
Kurz darauf hatte er den Schecken gesattelt und führte das Pferd hinüber in die Reithalle. Denn nach dem Regen der letzten Tage glich der Reitplatz nach wie vor mehr einem Swimmingpool als einem Reitplatz und schwimmen wollte er mit dem Wallach heute dann doch nicht. In der Bahn gurtete er dann nach und schwang sich in den Sattel.
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Da das Pferd aus dem Stall kam, ritt er den Schecken zunächst erst einmal sorgfältig warm ehe er dann begann mit dem Pferd zu arbeiten. Der Wallach schien eine ganz gute Ausbildung gehabt zu haben, jedenfalls arbeitete er gut mit und Jason war sehr zufrieden mit dem Pferd.
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Zum abreiten nahm Jason schließlich die Decke die er übers Tor gehängt hatte, legte diese dem Pferd über die Kruppe und griff dann nach seiner Wasserflasche, da er durstig war. Entspannt ritt er nun noch eine Weile im Schritt.
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Schließlich sprang er aus dem Sattel und verließ mit dem Pferd die Halle. Schnell war das Pferd abgesattelt, noch einmal übergebürstet und die Hufe ausgekratzt. Zunächst brachte Jason den Wallach nun zurück in den Stall ehe er sich dann daran machte das Sattelzeug wieder aufzuräumen.
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In dem Moment fuhr der schwarze SUV auf den Hof und Catalina und Daniel stiegen aus. War es schon so spät, dass Catalina Daniel bereits abgeholt hatte? Er sah auf die Uhr. Tatsächlich. Schon mittags. Nun kamen Beide auf ihn zu. Catalina begrüßte ihn und er schloss sie lächelnd in seine Arme. Doch dieser Moment war ihnen nicht lange vergönnt, denn nun forderte auch Daniel seine Aufmerksamkeit ein. „Jason, machst du mit mir mein Fahrrad wieder heil?“ Nun wandte sich Jason an den Jungen, doch noch ehe er antworten konnte wies Catalina darauf hin, dass es erst einmal Mittagessen gab. Also meinte Jason zu dem Jungen: „Hast du gehört? Aber nach dem Essen machen wir uns dann an dein Fahrrad, okay?“ Daniel nickte. Dann gingen alle drei hinüber zum Haus. Während Catalina sich um das Kochen der Spaghetti kümmerte, luden Jason und Daniel die Einkäufe aus dem SUV und deckten den Tisch.
Als Catalina nun den Schrank öffnete um das Sieb für die Nudeln herauszuholen, runzelte sie irritiert die Stirn. Wo war denn die große Thermoskanne hin? Gestern nach dem Abendessen hatte sie diese doch ausgespült in den Schrank gestellt.
Keiner der drei ahnte, dass sie vom Heuboden aus beobachtet wurden. Zwar hatte Lucas am Morgen nachdem Emma gegangen war und er gefrühstückt hatte noch einige Stunden geschlafen, doch irgendwann am Vormittag war er aufgewacht. Langsam fühlte er sich auch wieder etwas besser. Der wärmere Schlafplatz, etwas heißes zu Trinken im Magen und die beiden Mahlzeiten hatten schon einiges gebracht. Die letzten zwei Tage im Zelt hatte er sich ja kaum noch aufraffen können um auch nur das Zelt zu verlassen, geschweige denn um zum nächsten Supermarkt zu laufen. Von daher bestanden seine Vorräte gerade noch aus ein bisschen Brot und einer Dose Linsensuppe, für die er aber erst raus müsste um ein Feuer zu entfachen. Wasser und etwas Limo hatte er zwar auch noch, aber eben nur kalt.

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Re: News der Sunset-Ranch

Beitrag von Aaylo » 25. März 2019, 16:23

Der Schecke ist voll schön :-)

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Re: News der Sunset-Ranch

Beitrag von smuggler » 25. März 2019, 19:35

Irgendwie war mir da doch wieder Einiges entfallen, schön, das Du die Geschichte hier noch mal eingestellt hast!
...ich liebe es wenn ein Plan funktioniert! (A-Team)

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Re: News der Sunset-Ranch

Beitrag von Nelly » 25. März 2019, 19:40

Habe meinen Threadt hier irgendwie zu lange vernachlässigt ;)

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Re: News der Sunset-Ranch

Beitrag von Winterpferd » 28. März 2019, 07:40

Die Geschichten las ich vor einiger Zeit auch schon einmal.
mit den schönen, passenden Bildern macht es Spaß, sie wieder zu lesen
Mein Hobby: Modellpferde und Puppenhaus

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Re: News der Sunset-Ranch

Beitrag von Nelly » 28. März 2019, 18:56

Die etwas umfangreicheren Geschichten wollte ich zumindest hier der Vollständigkeithalber auch noch nachtragen.
Mal sehen was meine Kreativität sagt, dann werd ich vielleicht nochmal eine kleine Nebengeschichte zwischenschieben die dann Neu ist... ;)

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Aaylo
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Re: News der Sunset-Ranch

Beitrag von Aaylo » 28. März 2019, 19:13

Dann gebe ich deiner Kreativität mal nen kleinen Schubs! Ich liebe deine Geschichten nämlich sehr!

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Re: News der Sunset-Ranch

Beitrag von Nelly » 28. März 2019, 19:32

Nachdem er nun aufgewacht war, war er mit seinem Lager näher an das kleine, staubige Fenster gerückt um hinaus zu spähen und das Treiben auf dem Hof zu beobachten. Doch er musste feststellen, dass um diese Zeit nichts auf dem Hof los war. Dann jedoch sah er einen Mann ein geschecktes Pferd fertig machen. Das musste Jason sein, von dem ihm auch Maja erzählt hatte. Also war er anscheinend Emmas Vater. Er musterte den Mann. Ähnlichkeiten sah er Keine. Aber vielleicht hatte ja auch Emma einen Stiefvater oder es gab auch in dieser Familie irgendwelche Geheimnisse. Dann verschwand der Mann mit dem Pferd in der Reithalle und Lucas begann nun über seine aktuelle Lage nachzudenken. Da es ihm bereits etwas besser ging, beschloss er, dass es das Beste war, wenn er sich gleich am nächsten Morgen wieder auf den Weg machte. Je eher er wieder verschwand, desto geringer war schließlich auch das Risiko entdeckt zu werden, zumal eine Entdeckung sicher nicht nur seine eigene Situation komplizierter machen würde, sondern sicher auch Ärger für Emma bedeutete.
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Irgendwann regte sich wieder etwas auf dem Hof. Der Mann mit dem Schecken kam wieder aus der Halle, sattelte das Pferd ab und brachte es vermutlich in den Stall, jedenfalls verschwand er nun aus Lucas‘ Blickfeld. Kurz darauf erschien er wieder und holte das Sattelzeug und nun sah Lucas einen schwarzen Geländewagen auf den Hof fahren aus dem eine rothaarige Frau und ein Junge ausstiegen, sicher Emmas Mutter und ihr kleiner Bruder. Ganz offensichtlich kam Emma sehr nach ihrer Mutter mit der hellen Haut und den rötlichen Haaren. Er beobachtete Emmas Familie noch eine Weile bis diese schließlich im Haus verschwunden waren. Da nun draußen ohnehin nichts mehr zu sehen war, goss er sich nun noch einen Becher Tee ein und lehnte sich auf seinem Lager zurück.
Er musste daran denken was Emma sagen würde, wenn sie die ganze Wahrheit über ihn erfuhr, würde sie ihn verurteilen? Ob sie sehr wütend werden würde? Er kannte sie bisher natürlich viel zu wenig um sie einschätzen zu können. Zudem musste er sich eingestehen, dass er sie mochte, er wollte sie nicht verärgern. Er hing nun eine ganze Weile seinen Gedanken nach und merkte gar nicht wie die Zeit verging bis er auf einmal Schritte hörte. Schritte die näher kamen. Da kam jemand die Treppe zum Boden hinauf! Lucas erstarrte. War das Emma? Irgendwie klangen die Schritte anders, schwerer,… Er blickte sich hastig um. Wo sollte er sich verstecken? Andererseits, wer auch immer da kam, wenn diese Person bis hier nach hinten kam wäre er ohnehin entdeckt. Er konnte unmöglich alle Spuren seines Lagers so schnell verschwinden lassen. Lucas wagte kaum zu atmen während er lauschte. Offensichtlich schien die Person die heraufgekommen war im vorderen Bereich zu bleiben. Lucas wollte schon aufatmen, als auf einmal der kleine Terrier von heute Morgen freudig auf sein Lager sprang und einmal kläffte. „Fuck,“ dachte er. Rasch griff er nach dem Hund und begann ihn zu kraulen, vielleicht begnügte der Jack Russel sich damit ja. Der Hund freute sich über die Streicheleinheiten und wuselte ihm aufgeregt zwischen den Händen herum, aber zumindest kläffte er nicht noch einmal. In dem Moment erklang vom anderen Ende des Bodens der Ruf einer Frau. „Jack!“ Daraufhin spitzte der Hund kurz die Ohren, fast als überlege er, ob er gehorchen solle oder ob er die streichelnden Hände bevorzugen sollte. Lucas ließ nun von dem Hund ab und flehte innerlich, dass der Terrier gehorchen möge. Nun erklang die Stimme erneut, diesmal energischer und schließlich folgte der Hund und verschwand. In dem Moment jedoch verspürte Lucas einen Hustenreiz in der Nase. Er riss sich gerad noch zusammen, unterdrückte das Husten, doch gerade als die Frau ihre Füße auf die Treppe setzte, konnte er den Reiz nicht mehr länger unterdrücken und er musste nun doch husten. Zwar nicht laut, aber war es leise genug gewesen? Lucas hielt den Atem an. Dann hörte er Schritte und kurz darauf erschien die rothaarige Frau in seinem Blickfeld die er vorhin auf dem Hof gesehen hatte. Erschrocken blickte Lucas nun Emmas Mutter an. Was nun? In seinem Schreckmoment überkam ihn nun gleich erst einmal ein zweiter Hustenanfall.

Als Catalina nun den Heuboden wieder verlassen will, blickt sie sich suchend nach Jack um. Wo war der Hund denn nun schon wieder, schließlich wollte sie den kleinen Jack Russel ja nicht auf dem Boden einsperren. Also rief sie nach dem Hund, denn sie hörte den Terrier im hinteren Teil des Bodens. Als er Hund jedoch beim ersten Rufen nicht gehorchte rief sie ein zweites Mal nach dem Hund, dieses Mal schon ein wenig strenger, doch sie sah auch nicht ein dem Terrier auf dem Boden nachzulaufen, schließlich hatte er zu kommen wenn er gerufen wurde. Kurz darauf erschien der Terrier dann auch endlich, lief an ihr vorbei und die Treppe hinunter. Nun wollte Catalina auch gerade wieder hinunter gehen, als sie auf einmal ein Geräusch vernahm. War das ein Husten? War da noch jemand auf dem Boden? Irritiert blickte sie sich nun um und starrte ins Halbdunkel des Bodens. Dann kehrte sie um und ging vorsichtig über den Boden in den hinteren Teil. Eigentlich rechnete sie nicht wirklich damit, dass tatsächlich Jemand dort war, doch es konnte ja auch nicht schaden lieber einmal nach dem Rechten zu sehen. Umso überraschter war sie, als sie kurz darauf einen schwarzhaarigen Jungen vor sich hatte, der sie erschrocken anblickte und der sich hier offensichtlich häuslich eingerichtet hatte. Der Junge dürfte wohl etwas älter als Emma sein, aber sie schätzte ihn auch nicht älter als 17 ein. Als Catalina sich gerade von ihrem ersten Schreck erholt hatte, und etwas sagen wollte, überkam den Jungen nun erst einmal ein Hustenanfall, also schwieg sie noch einen Moment und als der Junge sich nun wieder beruhigt hatte, trat sie näher und fragte nun mit leicht scharfer Stimme: „Wer bist du? Und was um Himmels Willen hast du hier auf unserem Heuboden zu suchen?“ Als der Fremde Junge schwieg, zog Catalina nun ihr Handy aus der Tasche und meinte: „Wenn du mir nicht sagst, warum du hier bist, kann ich auch gleich bei der Polizei anrufen. Wenn du von zu Hause abgehauen bist, liegt sicherlich eine Vermisstenanzeige vor,…“. Sie blickte den Jungen streng an. Eigentlich hatte sie vorerst nicht vor auf dem Revier anzurufen, doch wenn der Junge ihr keine Wahl ließ, würde sie zumindest Katja anrufen müssen.

Als Emmas Mutter ihn fragte wer er sei, wusste Lucas zunächst nicht, was er ihr antworten sollte, schließlich hatte er sich vorgenommen Emma nicht zu verraten, im Zweifel würde er vorgeben sich auf eigene Faust hier auf den Boden geschlichen zu haben. In dem Moment jedoch zog Emmas Mutter ein Handy aus der Tasche und forderte ihn erneut auf ihr zu sagen wer er sei und drohte damit die Polizei zu verständigen. Verdammt, dachte er. Riefe sie die Polizei würde diese im Nu seine Eltern verständigen und dann wäre alles umsonst gewesen. „Bitte, nicht die Polizei verständigen,…“ erwiderte Lucas nun und fügte dann noch hinzu. „Ich bin Lucas, Lucas Beckmann.“ Nun steckte die Frau zumindest wieder das Handy ein und als sie ihn nun anblickte, wurde ihr Blick schon freundlicher und sie fragte: „Nun gut, Lucas Beckmann, was hast du auf unserem Heuboden verloren…?“ Sie ließ ihren Blick über sein Lager schweifen und fügte dann mit hochgezogenen Augenbrauen hinzu: „Bist du auch bei uns im Haus gewesen um dich mit Essen und Trinken zu versorgen,…?“ Sie deutete auf den Teller und die Thermoskanne. Nun wurde Lucas unsicher, was nun? Er hatte nun nur zwei Möglichkeiten, entweder von Emma erzählen oder lügen. Gerade hatte er sich für Lügen entschieden um Emma Ärger zu ersparen, als Emmas Mutter bereits weiter redete: „Emma hat dir geholfen, stimmt’s?“. Nun jedoch gab Lucas endgültig nach, er musste bei der Wahrheit bleiben wenn er hier heil raus wollte. Er hatte gar keine andere Wahl. Also nickte er. „Ja. Ich habe hier in der Nähe im Zelt geschlafen, schon vor einer Weile begegneten wir uns im Wald und gestern, naja, stieß sie wieder auf mein Zelt und schließlich nahm sie mich auf ihrem Pony mit und quartierte mich hier ein.“ Vorsichtig blickte Lucas nun zu der Frau, rechnete nun mit einem Donnerwetter, doch stattdessen blickte sie ihn entsetzt an, als sie hörte, dass er zu dieser Jahreszeit gezeltet hatte. Dann atmete sie tief durch und meinte: „Aber wieso hier oben? Sie hätte dich doch mit ins Haus bringen können, du hättest natürlich im Gästezimmer schlafen können,…“. Nun senkte Lucas den Blick und erwiderte: „Sie hatte es mir angeboten, aber,… ich wollte nicht, wollte niemandem zur Last fallen,…“. Hilflos hob die Frau nun die Arme und meinte: „Das hättest du nicht,… du hättest dir hier draußen den Tod holen können,… aber wie auch immer,… nun kommst du erst einmal mit rein ins Warme. Es sind noch Nudeln da, dann ißt du erstmal was Warmes und dann reden wir weiter und du sagst mir warum du überhaupt hier draußen warst.“ Lucas sah ein, dass Widerstand zwecklos war und eigentlich war Emmas Mum ja auch okay. Eigentlich hatte er sich die ganze Sache ja anders vorgestellt, aber vielleicht sollte es ja nun so laufen. Also stand er nun auf und folgte Emmas Mutter, die sich nun erst einmal mit Catalina vorstellte, vom Boden hinunter und ins Haus.

Kurz darauf saß Lucas nun in der gemütlichen Küche auf der Holzbank, ein Glas Orangensaft vor sich und Catalina stellte gerade einen Teller mit dampfenden und lecker duftenden Spaghetti mit Tomatensoße und Hackbällchen vor ihn hin. Ein wenig verlegen bedankt er sich nun und beginnt dann mit dem Essen. Das war doch gleich was anderes als die Dosensuppen, die er sich auf dem kleinen Campingkocher warm gemacht hatte. Eine Weile ließ Catalina ihn erstmal einfach essen, dann jedoch kamen die ersten Fragen.

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„Also, nun aber raus mit der Sprache, was hast du da draußen gemacht? Ich nehme mal an, du bist von zu Hause abgehauen,… woher kommst du überhaupt?“ erkundigte Catalina sich nun bei ihm. Daraufhin nickte Lucas und als Catalina ihn fragend anblickte fügte er hinzu: „Ich komme aus Erfurt und ja, ich bin abgehauen,…“. Mit einer Mischung aus Verblüffung und Entsetzen blickte Catalina ihn nun an und Lucas fügte hinzu: „Ich musste da weg nachdem ich herausfand, dass meine sogenannten Eltern mich mein ganzes Leben lang belogen haben,…“. Einen Moment blickte Catalina den Jungen schweigend an, dann meinte sie: „Okaaay, was auch immer da in eurer Familie vorgefallen ist, ich will es gar nicht so genau wissen und es geht mich ja auch nichts an. Aber ich bin selbst Mutter und ich bin mir sicher, dass deine Eltern sich große Sorgen machen werden. Du solltest sie wirklich anrufen, mit abhauen löst man keine Probleme. Du kannst das Telefon drüben im Büro nehmen, da bist du ungestört.“ Nun jedoch fuhr Lucas auf: „Aber das ist es ja, sie sind ja gar nicht meine Eltern,…“, als Catalina ihn nun verblüfft ansah, räumte er jedoch ein, „naja zumindest mein Vater ist gar nicht mein Vater, meine Mutter ist schon auch meine Mutter,… ich kam nach Hamburg um meinen leiblichen Vater kennenzulernen, aber,…. Dann verließ mich der Mut, schließlich wurde ich ein wenig krank, naja und dann kam gestern Emma und nahm mich hierher mit,…“. Nun musterte Catalina ihn nachdenklich und fragte dann: „Na schön. Und was gedenkst du jetzt zu tun? Du kannst jetzt schließlich nicht dauerhaft untertauchen. Willst du noch zu deinem Vater? Ich würde dich auch fahren. Oder wir rufen deine Familie an. Du hast die Wahl.“ Nun jedoch senkte Lucas den Blick. Mit so viel Hilfsbereitschaft hatte er nicht gerechnet. Und dennoch wusste er nun nicht wie er reagieren sollte. Nach einer ganzen Weile blickte er schließlich auf und blickte vorsichtig zu Catalina herüber. Mit leiser Stimme, kaum hörbar erwiderte er nun: „Das ist nicht nötig,…“.

Verständnislos blickte Catalina ihn an. Mussten Teenager eigentlich immer in Rätseln sprechen. Also fragte sie nun weiter nach. „Wie meinst du das?“ Als Lucas nun jedoch antwortete war sie noch immer nicht schlauer als zuvor. Schließlich konnte es sich nur um einen Irrtum handeln, denn Lucas teilte ihr nun mit, dass sein Vater hier wohnen würde. „Hier? Bist du sicher? Das muss ein Irrtum sein,…“ fragte sie nun jedoch nach. Doch Lucas nickte und versicherte ihr, dass er sich nicht irrte. Er nestelte nun an seinem Rucksack herum und holte etwas heraus während er meinte: „Mein leiblicher Vater heißt Jason Little Wolve, der wohnt doch hier, oder?“ Nun legte Lucas das Papier auf den Tisch welches Catalina nun als Geburtsurkunde erkannte. Da stand es. Schwarz auf weiß. Geschockt starrte Catalina gefühlt minutenlang auf das Papier, dann blickte sie Lucas an und es fiel ihr wie Schuppen von den Augen. Bereits auf den ersten Blick, noch oben auf dem Heuboden, war er ihrem Unterbewusstsein bereits bekannt vorgekommen. Er war Jason wie aus dem Gesicht geschnitten. Warum hatte sie ihn nicht gleich erkannt? Noch immer im ersten Schockzustand meinte sie nun zu Lucas: „Dann,… werde ich mal deinen Vater holen.“ Sie stand auf und zog ihr Handy aus der Tasche und wählte Jasons Nummer. Als er ran ging sagte sie nur mit knappen Worten: „Jason. Komm bitte sofort in die Küche. Ich hatte gerade eine interessante Bekanntschaft mit deinem SOHN.“ Dann legte sie auf, noch ehe er etwas erwidern konnte und sah wieder zu Lucas.

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Re: News der Sunset-Ranch

Beitrag von Nelly » 28. März 2019, 19:35

Aaylo hat geschrieben:
28. März 2019, 19:13
Dann gebe ich deiner Kreativität mal nen kleinen Schubs! Ich liebe deine Geschichten nämlich sehr!
Danke :) Aber erst mal diese Story vollständig machen ;)

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Re: News der Sunset-Ranch

Beitrag von Casira » 30. März 2019, 16:15

Mir gefallen Deine spannenden Geschichten mit den tollen Bildern dazu sehr gut! :D

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Re: News der Sunset-Ranch

Beitrag von Nelly » 30. März 2019, 23:53

Danke dir :)
Und hier dann auch gleich ma der nächste Abschnitt :)


Nach dem Mittagessen wandte sich Daniel nun wieder an Jason und bat ihn erneut mit ihm sein Fahrrad wieder fit zu machen. Jason lächelte, stellte noch kurz sein Glas in den Geschirrspüler und erwiderte: „Alles klar Kumpel, lass uns starten.“ Dann gingen die beiden hinaus auf den Hof und während Jason nun das Werkzeug holte ging Daniel sein Fahrrad holen und drehte es auf dem Hof dann mit etwas Mühe um. Jason bemerkte die Schwierigkeiten des Jungen beim umdrehen des Rades und wollte helfen, doch das wiederum wollte Daniel dann doch nicht. Als er das Fahrrad schließlich kopfüber stehen hatte, blickte er Jason stolz an, „Ich kann das nämlich,…“. Jason grinste und lobte den Jungen. Dann machten sich die beiden schließlich ans Werk.
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Irgendwann jedoch klingelte auf einmal Jasons Handy woraufhin dieser aufstand und das Handy aus der Tasche zog und ranging. Es war Catalina. Jason runzelte die Stirn, sie war doch auf dem Hof. Warum rief sie denn an? Sie wusste doch, wo er war. Dann ging er ran, doch noch ehe er sich melden konnte fing sie auch schon an zu reden und dann hatte sie auch bereits schon wieder aufgelegt. Ein wenig verwirrt starrte er nun das Handy an. Was hatte sie da gesagt? Wen hatte sie kennengelernt? Er konnte sich keinen Reim auf ihre Worte machen. Also wandte er sich nun an Daniel und meinte zu dem Jungen: „Du, ich muss mal kurz zu deiner Mutter ins Haus.“ Daniel nickte.
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Dann ging Jason über den Hof und betrat kurz darauf die Küche wo er gleich von dem aufgedrehten Jack begrüßt wurde.
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Er begrüßte den Hund nur kurz, dann wandte er sich an Catalina die ihn mit verschränkten Armen anblickte: „Catalina, was ist los? Mit wem hast du gesprochen? Was meintest du mit Sohn?“ Erst jetzt als Catalina zur Bank hinübernickte, bemerkte Jason den Jungen der dort saß. „Gibt es noch mehr Dinge aus deiner Vergangenheit die ich wissen sollte? Der Junge heißt Lucas Beckmann und ist laut Geburtsurkunde dein leiblicher Sohn!“ Sprachlos blickte Jason nun zwischen dem fremden Jungen und Catalina hin und her. Der Junge blickte ihn seinerseits sprachlos an. Eine Weile musterte Jason den Jungen nun und versuchte sich auf Catalinas Worte einen Reim zu machen. Wie konnte das möglich sein? Wie konnte der Junge sein Sohn sein? Er betrachtete Lucas´ Gesichtszüge. Konnte jedoch zumindest nicht leugnen, dass der Junge mit Sicherheit indigene Wurzeln hatte. Er trat nun auf den Jungen zu und setzte sich nun ebenfalls an den Tisch.
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„Wer ist deine Mutter?“ erkundigte er sich nun bei Lucas. Er war sich sicher, dass sich die ganze Sache als Irrtum herausstellen würde. Als Lucas ihm nun jedoch den Namen seiner Mutter einschließlich ihres Mädchennamens nannte, sog Jason scharf die Luft ein. Das war nicht möglich. Julia war doch nicht schwanger gewesen als er sie verlassen hatte. Er hätte sie doch nie einfach so mit seinem Kind sitzen gelassen. Nun jedoch wandte sich Lucas seinerseits an Jason und fragte: „Warum hast du meine Mutter verlassen… warum wolltest du mich nicht…?“. Jason wich nun dem fast schon anklagenden Blick des Jungen aus und blickte einen Moment hilfesuchend zu Catalina. Die jedoch saß immer noch mit verschränkten Armen auf ihrem Stuhl. Also wandte er sich nun wieder an Lucas. Jason atmete einmal tief durch, blickte Lucas noch einmal genau an. Dann erwiderte er: „Ich weiß nicht was deine Mutter dir über mich erzählt hat, aber ich schwöre dir. Ich habe nicht dich verlassen, ich hatte keine Ahnung, dass sie schwanger war. Sie hatte mich betrogen, nicht zum ersten Mal und da habe ich sie, gut, ich gebe zu recht überstürzt, verlassen. Aber von einer Schwangerschaft hatte ich keine Ahnung.“ Dann verstummte Jason und betrachtete Lucas´ Gesichtszüge, die ihm durchaus vertraut vorkamen. Wie auch immer es möglich war. Er zweifelte keineswegs daran, dass Lucas tatsächlich sein Sohn war. Dann erkundigte er sich: „Wo kommst du eigentlich nun her und warum erst jetzt? Warum hat Julia nie etwas gesagt,… sich nie gemeldet,…“. Die erste Frage beantwortete Lucas gleich, dann dachte er einen Moment nach und erzählte Jason nun, dass Julia auch ihm nie etwas von Jason erzählt hatte, im Gegenteil sie machte ihm weis, das seine dunkle Haut und Haare von südeuropäischen Vorfahren herrührten. Dann erzählte er wie er seine Geburtsurkunde schließlich vor Kurzem auf dem Dachboden fand. Nun jedoch war Lucas doch neugierig woher er tatsächlich stammte und meinte: „Ich nehme an, dass mit den Vorfahren ist nicht war,… woher stammst du,… äh ich meine Sie,…“ einen Moment war Lucas unsicher. Nun musste Jason lächeln. „Du. Hey, ich mein, ich bin dein Vater. Also fang gar nicht erst an mit dieser Siezerei.“ Jason zwinkerte ihm kurz zu, dann antwortete er: „Über die Vorfahren deiner Mutter kann ich nichts sagen, aber ich bin Lakota, bin in der Pine Ridge Reservation in South Dakota aufgewachsen, dort habe ich übrigens auch deine Mutter kennengelernt. Ihre Tante lebt dort und sie war damals dort zu Besuch. Julia war auch der Grund weswegen ich schließlich überhaupt nach Deutschland kam.“
Lucas blickte seinen Vater nun erst einmal schweigend an, er musste die Informationen, dass er zur Hälfte Indianer war nun erst einmal verarbeiten. Doch was bedeutete das nun für ihn? Wer war er? War er noch immer der gleiche Lucas Beckmann der im Sommer in die elfte Klasse des Erfurter Gymnasiums kommen sollte? Er hatte geglaubt mit dem kennenlernen seines leiblichen Vaters wären alle seine Identitätsfragen geklärt, doch er wurde das Gefühl nicht los, dass da nun fast noch mehr Fragen in ihm waren als zuvor. Dann fragte er: „Kann ich hier bei dir bleiben. Ich möchte dich näher kennenlernen, ich will nicht wieder zu meiner Mutter zurück.“
Doch noch ehe Jason etwas erwidern konnte, schaltete sich nun Catalina ein und meinte: „Ich fürchte, dass ist nicht so einfach, denn das Sorgerecht liegt ganz bei deiner Mutter und wenn sie es verbieten würde, dann dürftest du nicht einmal herkommen. Selbst wenn Jason versuchen würde eine Art Besuchsrecht zu erwirken, könnte sich ein solcher Prozess unter Umständen so lange hinziehen, dass es schließlich hinfällig wäre, weil du dann bereits volljährig wärst. Und im Zweifel könnte deine Mutter Jason Kontaktverbot erteilen, dann wäre es sogar illegal wenn ihr euch trefft. Eure einzige Chance, wäre eine friedliche Einigung,…“ sie blickte Lucas an und fügte hinzu: „Das hieße, deine Eltern in Erfurt anrufen, mit Ihnen reden, und du müsstest dann natürlich auch vorerst zurück,…“. Nun fiel Lucas Catalina ins Wort, „Aber dann wäre alles umsonst, die lässt mich doch nie wieder herkommen,…“. Catalina blickte Lucas geduldig an und meinte: „Ich fürchte, das Risiko müssen wir eingehen, ihr habt gar keine andere Wahl.“ Sie blickte zu Jason. Und im Stillen war sie froh, dass sich die Dinge so entwickelt hatten wie sie waren, dass auch er keine Ahnung gehabt hatte. Dass er keine weiteren Geheimnisse vor ihr gehabt hatte. Doch wie mochte es ihm nun ergehen? Es musste hart für ihn sein, zu erfahren dass er all die Jahre einen Sohn gehabt hatte von dessen Existenz er nicht einmal etwas ahnte. Mitfühlend legte sie ihre Hand auf seine und meinte: „Wir werden schon einen Weg finden, damit ihr euch zukünftig treffen und näher kennenlernen könnt.“
Jason blickte Catalina an und als sie nun ihre Hand auf die Seine legte, legte er nun seine andere Hand auf die ihre und drückte ihre Hand sanft. Er lächelte ihr kurz dankbar zu. Er war so froh, dass sie so hinter ihm stand, dass sie ihm keine Vorwürfe machte. Dann blickte er wieder Lucas an. Er konnte noch immer nicht fassen, dass er einen sechzehnjährigen Sohn hatte. Doch Catalina hatte Recht, sie mussten mit Julia sprechen. Dann meinte er an Lucas gewandt: „Willst du selbst bei deinen Eltern anrufen oder sollen wir das übernehmen,… du kannst natürlich das Telefon im Flur nehmen.“

Lucas blickte einen Moment schweigend zwischen Jason und Catalina hin und her. Er ertappte sich bei dem Gedanken daran wie sein Leben wohl verlaufen wäre, wenn er hier bei seinem richtigen Vater aufgewachsen wäre. Wäre er ein anderer Mensch geworden? Dann jedoch musste er an Sarah denken. Schließlich antwortete er: „Ich denke, ich werde das selbst übernehmen.“ Dann stand er auf, blickte Jason und Catalina an, die ihm aufmunternd zulächelte und ging dann hinüber in den Flur. Er griff nach dem Hörer und wählte dann, ein wenig zögerlich, die Nummer von zu Hause. Es dauerte eine Weile, dann hörte er Sarahs Stimme am Ende der Leitung. Für einen Moment war er fast erleichtert, dass es seine Schwester war, die rangegangen war, doch warum war sie überhaupt schon zu Hause? „Hallo Sarah,…“ begrüßte er sie. Für einen Moment Schweigen. Dann die fassungslose Reaktion: „Luke. Luke, bist du es wirklich? Wo bist du? Geht es dir gut? Warum bist du nur abgehauen???“. Einen Moment schwieg Lucas, ließ Sarah sich erstmal wieder beruhigen, dann jedoch antwortete er: „Mir geht’s gut. Ich bin in Hamburg. Ist ne lange Geschichte, nur soviel, ich habe etwas herausgefunden und mich auf die Suche nach meinem leiblichen Vater gemacht. Da bin ich nun.“ Nun war es an Sarah fassungslos zu schweigen, dann jedoch sagte sie: „Wie? Leiblicher Vater? Ist Papa nicht dein richtiger Vater, aber wieso,… wieso hast du nichts gesagt?“. Lucas erwiderte: „Ich erkläre dir alles, wenn ich wieder zu Hause bin, okay? Ist Mom da?“ Sarah nickte und teilte ihm dann mit, dass ihre Mutter zu Hause sei. „Sie ist im Keller, ich geh sie holen,… „ dann fügte sie leicht schmollend hinzu, „ach und Luke, überleg dir schonmal wie du das wieder gut machen willst. Dass du einfach abgehauen bist, ohne ein Wort. Ich dachte wir erzählen uns sonst immer alles was uns bedrückt, halten zusammen.“ Lucas grinste, dann erwiderte er: „Hey. Sorry. Aber ich dachte, es wäre besser wenn du nichts weißt, so musstest du Mom und Dad wenigstens nicht anlügen und hättest nicht diesen Gewissenskonflikt zwischen Loyalität mir gegenüber und Mom und Dad die Wahrheit zu sagen.“ Dann jedoch hörte er wie Sarah nach ihrer Mutter rief, kurz darauf hörte er hektische Schritte auf der Treppe und kurz darauf griff jemand nach dem Hörer und er hörte die erleichterte Stimme seiner Mutter. Als sie nun sprach, konnte er an ihrer Stimme die Erleichterung hören, aber auch, dass sie anscheinend vor Erleichterung weinte. Für einen Moment bekam er ein schlechtes Gewissen, dass er ihr solche Sorgen gemacht hatte und er vergaß den Ärger darüber, dass sie ihn sein Leben lang angelogen hatte was seinen Vater betraf. Dann jedoch fragte sie wo er war und sagte, dass sie gleich losfahren würde und ihn nach Hause holen würde. Lucas schwieg einen Moment, dann antwortete er: „Ich bin in Hamburg. Ich habe ihn gefunden. Ich bin bei Jason.“ Er hörte seine Mutter nach Luft schnappen. Die Aussicht, dass sie ihn aus Hamburg holen müsse, damit hatte sie anscheinend nicht gerechnet. Nach dem ersten Schreckmoment erwiderte sie. „Ich rufe gleich Sven an und dann machen wir uns so schnell wie möglich auf den Weg und über dein abhauen reden wir dann noch, mein Sohn. Aber nun gib mir erstmal die Adresse,… ich bin so froh, dass du dich meldest, ich hatte solche Angst, dass dir etwas zustoßen könnte,…“. Lucas schwieg. Schließlich verabschiedete er sich von seiner Mutter, ließ auch seinem Vater Grüße ausrichten und legte dann auf.
Es war noch immer ein komisches Gefühl, dass er auf einmal zwei Väter hatte. Als er sich umdrehte, sah er Jason in der Tür zur Küche an den Türrahmen gelehnt stehen. Er blickte ihn lächelnd an und meinte dann: „Was sagt sie?“ Lucas zuckte mit den Schultern und erwiderte: „Glaub sie war erleichtert,…“ ein wenig niedergeschlagen fügte er noch hinzu: „Sie wollen heute noch kommen,…“. Jason nickte. Er hatte nichts anderes erwartet. Dann jedoch lächelte er Lucas aufmunternd zu, „Hey, sieh es mal so, vor heute Abend werden sie nicht hier sein, uns bleiben also noch ein paar Stunden und es wäre mehr als verrückt, wenn deine Eltern dann nachts noch wieder zurückfahren, zumal morgen Samstag ist. Vielleicht lassen sie sich ja darauf ein bis morgen, oder sogar Sonntag mit der Rückfahrt zu warten.“ Bei Jasons Worten hellte sich Lucas Miene auf. Im nächsten Moment schlug Jason auch schon vor ein wenig hinaus zu gehen, er würde ihm nun erstmal den Hof zeigen.

Als Jason und Lucas nun hinaus gingen und den Hof überquerten kam ihnen, sein Fahrrad schiebend, Daniel entgegen.
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Stolz erzählte er Jason, dass er sein Fahrrad inzwischen fertig hatte. Grinsend fuhr Jason dem Jungen kurz durch die braunen Haare und lächelte ihm stolz zu. Schweigend und mit gemischten Gefühlen beobachtete Lucas die Szene. Er musterte den Jungen. Ob der Junge sein Halbbruder war? Er versuchte Ähnlichkeiten zu erkennen. Doch anscheinend schien der Junge so gar nicht nach Jason zu kommen. Nun jedoch wurde Lucas aus seinen Gedanken gerissen, denn nun wandte sich der Junge an ihn und sprach ihn an. Er fragte wer er sei. Daraufhin wurde Lucas nun unsicher. Sollte er dem Jungen sagen, dass Jason sein Vater war? Wie würde er reagieren? Würde der Junge das überhaupt begreifen? Doch nun ergriff Jason das Wort und stellte die beiden Jungs einander vor und sagte Daniel auch, dass Lucas sein Sohn war und er ihn aber heute erst kennengelernt hatte. Neugierig, aber auch erstaunt, blickte Daniel nun Lucas an und meinte dann: „Wenn Mama und Jason heiraten ist Jason auch mein Papa. Dann sind wir Brüder. Mein anderer Papa ist nämlich tot.“ Verblüfft und auch ein wenig bestürzt blickte Lucas den Jungen an, dann jedoch lächelte er leicht.
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Während die drei nun gemeinsam weiter über den Hof gingen, kamen sie schließlich zu einem Sandplatz auf dem ein paar Pferde standen. Nun erkundigte sich Jason bei Lucas ob er eigentlich reiten könne. Lucas streichelte gerade einen hellen Schecken und antwortete nun achselzuckend: „Hatte zusammen mit meiner Schwester ein paar Reitstunden bei uns im Reitverein, aber war irgendwie nicht so mein Ding,…“ dann jedoch räumte er noch ein, „wobei das im Grunde weniger an den Pferden oder dem Reiten lag,… außerdem waren einige der Mädchen da in dem Verein echt nervig,…“.
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Jason grinste ihm zu, dann zwinkerte er Lucas verschwörerisch zu und meinte: „Ich denke ich weiß was du meinst, habe, bevor ich hier auf der Ranch arbeitete mal in so nem Reitverein als Stallbursche gearbeitet,…aber,…“ Jason ließ seinen Blick über die beiden Pferde schweifen die bei Ihnen am Zaun standen und schlug nun vor: „Aber wie wäre es vielleicht mit einem Ausritt? Du könntest meinen Heyoka reiten? Der hat zwar manchmal ne Menge Blödsinn im Kopf, aber wenn es drauf ankommt, dann ist er ein absolutes Verlasspferd.“ Noch während Lucas überlegte, mischte sich nun Daniel ein und meinte, dass er dann aber mitkommen wolle. Schließlich nickte Lucas nun. Warum eigentlich nicht. Gegen Pferde hatte er ja nichts. Und ein Ausritt war sicher allemal besser als das öder im Kreis reiten in der Halle, selbst wenn sie nur Schritt gehen würden.
Also gingen die drei nun los und holten Heyoka und Golden River Ridge von der Koppel. Während Lucas und Daniel nun schon einmal begannen Heyoka zu putzen, ging Jason noch einmal zur Ponykoppel und holte Max für Daniel.

Als die Pferde nun fertig geputzt und gesattelt waren wurde aufgesessen und schließlich ging es dann los. Lucas hatte nie zuvor in einem Westernsattel gesessen, doch als er nun auf Heyoka saß, fühlte er sich in dem Sattel gleich wohl. Jason gab ihm noch ein paar knappe Erklärungen, dann ging es los. Während sie nun ritten und sich weiter über dies und das unterhielten, Lucas erzählte ein bisschen was von sich, von seiner Familie und seiner Kindheit.
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Dann jedoch wechselte Lucas das Thema, blickte seinen Vater an und fragte ihn nun nach seinen indianischen Wurzeln, wo er herkam und wie er seine Mutter kennen gelernt hatte. Also begann Jason nun ein wenig von seiner Jugend zu erzählen, erzählte, dass er bei seinem Großvater aufgewachsen war, nachdem seine Eltern beide tot waren, erzählte von Anna, der deutschen Frau die ein paar Meilen von Manderson entfernt mit ihrem Mann Matthew wohnte und schließlich davon wie eines Tages Annas Nichte Julia in Begleitung ihres Freundes ins Reservat kam und wie sich schließlich eine Beziehung zwischen ihm und Julia entwickelte und auch wie er schließlich zusammen mit Julia nach Deutschland ging. Auf Lucas‘ Frage ob er je wieder in seiner Heimat gewesen war, schwieg Jason einen Moment, dann jedoch schüttelte er langsam mit dem Kopf. Eine Weile ritten sie nun schweigend nebeneinander her. Lucas war sich nun ein bisschen unsicher, ob er weiter fragen sollte, nach einer Weile jedoch fragte er doch: „Willst du,… manchmal zurück,…da wo du herkommst?“. Auf Lucas‘ Frage antwortete Jason nicht gleich, eine Weile blickte er schweigend geradeaus, dann jedoch sagte er: „Es ist meine Heimat. Das Land meiner Vorfahren,…natürlich habe ich immer wieder mal Heimweh,…“ er verstummte, dann blickte er zu Daniel und fügte hinzu: „…aber ich habe hier nun eine wunderbare neue Familie gefunden und ich liebe Catalina, ich würde niemals von ihr verlangen ihre Heimat zu verlassen.“ Lucas nickte nur. Auf einmal wurde er traurig, er wusste selbst nicht recht wieso, vielleicht weil s daran lag, dass sein Vater offensichtlich ein Mensch war, der alles für seine Familie tun würde, der auch für ihn alles getan hätte, wenn er die Chance bekommen hätte, selbst wenn seine Eltern geschieden gewesen wären und er ihn nur alle paar Wochen gesehen hätte. Dann jedoch überkam ihn auch ein schlechtes Gewissen Sven gegenüber. Seinem anderen Vater. Denn auch wenn dieser nicht sein richtiger Vater war, so hatte er in Sven doch durchaus einen Vater gehabt, der alles für ihn getan hatte.
Während die drei nun weiter ritten und Lucas nachdenklich neben Jason und Daniel her ritt, ergriff nun Daniel das Wort und unterhielt sich mit Jason.

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Re: News der Sunset-Ranch

Beitrag von smuggler » 03. April 2019, 10:36

Eine ganz tolle herzerwärmende Geschichte!
...ich liebe es wenn ein Plan funktioniert! (A-Team)

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shanti
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Re: News der Sunset-Ranch

Beitrag von shanti » 03. April 2019, 21:33

Schöne Story und tolle Bilder dazu! :D
Mein kleiner Fotostream, wird langsam ergänzt.. ;)

http://www.flickr.com/photos/41994867@N02/

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