THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Hier könnt ihr über Eure neuen Modelle berichten, oder was bei Euch sonst so los ist...

Moderator: Okandada-Ranch

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Winterpferd
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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitrag von Winterpferd » 01. Juli 2020, 08:27

Ein großer Bilderbogen mit wunderschönen Bildern und vielen Infos.
Es macht Spaß, Deine Geschichten zu lesen.
Wie Du Infos mit dem Leben auf der Ponderosa verknüpfst.
Und es gibt immer soviel zu gucken auf Deinen Bildern mit den vielen schönen Details und Miniaturen.
Mein Hobby: Modellpferde und Puppenhaus

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salubia
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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitrag von salubia » 01. Juli 2020, 12:01

Wieder eine schöne neue Geschichte! Du hast den Kondor auch so toll in Szene gesetzt, da meint man ihn gleich losfliegen zu sehen. :D
Viele Grüße
Sabine

"Kunst ist schön. Aber macht viel Arbeit." (Karl Valentin)

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Annie Cartwright
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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitrag von Annie Cartwright » 01. Juli 2020, 17:47

Vielen Dank an euch alle für die netten Feedbacks. Mir macht es auch immer Spaß Infos mit in die Geschichten zu integrieren, denn so lerne auch ich immer noch etwas dazu.
"Wir leben nicht wie wir es wünschen, sondern wie wir können." BEN CARTWRIGHT in BONANZA

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Annie Cartwright
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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitrag von Annie Cartwright » 11. Juli 2020, 03:02

Meine nächste Geschichte:

Bruderliebe

Zur Freude der ganzen Familie kann Adam dieses Mal etwas länger auf der Ponderosa bleiben. Und er genießt diese Zeit sichtlich. Heute Vormittag ist er nach Virginia City geritten um Freunde zu besuchen, und sobald Little Joe und Hoss von ihrer Arbeit auf der Weide wieder zurück sind will er mit ihnen nach dem Puma Ausschau halten. Jetzt ist Essenszeit, und wir versammeln uns alle im Esszimmer um uns Hop Sings leckeres Essen schmecken zu lassen. Dabei geht es lebhaft zu, denn die Zwillinge fragen ihrem ältesten Bruder Löcher in den Bauch und der beantwortet geduldig ihre Fragen. Ben muss einschreiten und sagt den Beiden dass sie langsam Ruhe geben sollen, damit Adam endlich mal dazu kommt etwas zu essen. Hop Sing hat Pudding zum Nachtisch gekocht und stellt ihnen ein Schälchen hin, und so sind die Kleinen damit beschäftigt den zu löffeln und Adam erzählt:

„Nach dem Besuch bei meinen Freunden war ich noch auf der Main Street, habe Rachel getroffen und ich soll euch von ihr herzliche Grüße ausrichten. Sie hatte G.G. bei sich, der Kleine ist ganz schön groß geworden. Dann war ich bei Mabel, und bei ihr kann man ja jetzt die Territorial Enterprise kaufen. Eine Zeitung zwischen Pfannen und Gemüse anbieten ist wohl auch nur hier bei uns möglich, in San Francisco würde keiner auf so eine Idee kommen.

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Aber scheinbar wird es von den Bürgern hier gut angenommen. Ich konnte sehen das die Nachfrage danach besteht, denn es gab genug Interessenten.

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Ich habe mir auch eine gekauft, und dabei ist mir aufgefallen, dass auch ein Artikel von Mark Twain darin veröffentlicht wurde. Der ist doch schon seit einiger Zeit nicht mehr in Virginia City.“

Jetzt meldet sich Hoss zu Wort, denn er hat immer noch Kontakt zu Mark Twain, der eigentlich Samuel Clemens heißt und 1835 in Missouri geboren wurde und auf Umwegen zum Schreiben gekommen ist. Samuel lernte als junger Mann den Beruf des Druckers, arbeitete in St. Louis, New York und Philadelphia, bevor er 1857 Lehrling für Flussbootpiloten auf dem Mississippi wurde, und vier Jahre lang am Wasser tätig war. 1861 wurde sein Bruder Orion beim Territorialgouverneur von Nevada zum Sekretär ernannt und Samuel begleitete ihn. Er wollte eine Gold- oder Silbermine finden, war dabei aber wie viele andere nicht erfolgreich, und weil er Geld brauchte, nahm er einen Job bei der Zeitung in Virginia City an. Sein erster Artikel über den Alltag im hiesigen Bergbau erschien am 6. Juli 1862. Wie viele Reporter erschien er unter einem Pseudonym, und das war der Name Mark Twain. Der Name ist ein Ausdruck aus der Sprache der Schiffer und bedeutet „zwei Faden Wassertiefe“. In seinen Artikeln zeigte sich dann sein außergewöhnliches Talent zum Schreiben. 1864 ist er nach San Francisco gegangen und begann damit Kurzgeschichten und Romane zu schreiben. 1865 erschien seine Kurzgeschichte „Der berühmte springende Frosch von Calaveras County“ und der Erfolg dieser klassischen westlichen Geschichte machte ihn zum weltbesten Journalisten für eine kalifornische Zeitung.

Hoss:

„Samuel hat nur für den 6. Juli einen weiteren Artikel für die Territorial Enterprise geschrieben, als Erinnerung daran das an diesem Tag hier seine Laufbahn als Schriftsteller begonnen hat.“

Ben:

„Nun, Samuel hat auch dazu beigetragen das die Zeitung in Virginia City viele Leser gefunden hat. Sie wurde am 18. Dezember 1858 in Genua/Utah gegründet von William Jernegan und Alfred James. Neun Monate später verlegte man den Sitz der Zeitung nach Carson City, wo dann Jonathan Williams alleiniger Eigentümer und Herausgeber wurde. Im Oktober 1860 zog die Zeitung dann noch einmal um, dieses Mal nach Virginia City. Nach ein paar Monaten schlossen sich dann Joseph Goodmann und Denis McCarthy Williams als Partner an und Goodmann wurde Chefredakteur. Mittlerweile hat sie sich zu einer profitablen Tageszeitung entwickelt, die einen hervorragenden Ruf hat.“

Adam:

„Stimmt, und deshalb werde ich mir jetzt ein ruhiges Plätzchen suchen und mal ein wenig in der Zeitung lesen.“

Little Joe:

„Nee, nee, großer Bruder, daraus wird nichts, denn du wolltest mit uns zusammen nach dem Puma suchen und das können wir nur tagsüber im Hellen machen. Also, Zeitung auf die Seite legen, Sport satteln und los geht es.“

Und schon gehen die Jungs nach draußen um ihre Pferde zu satteln.

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Kurz darauf reiten die Drei dann los, so wie in alten Zeiten. Ben schaut ein wenig wehmütig hinter ihnen her. Wahrscheinlich denkt er daran das Adam bald wieder nach San Francisco zurück muss. Doch so ist das nun mal, irgendwann werden die Kinder groß und gehen eigene Wege. Ich nehme seine Hand und sage ihm:

„Auch wenn wir nicht alle ständig zusammen sind, so sind wir doch eine Familie und sind immer für einander da. Wir halten zusammen, sehen uns regelmäßig und behalten uns im Herzen. Nur das ist wesentlich, und deshalb sei bitte nicht traurig wenn Adam wieder nach San Francisco abreist.“

„Du hast ja Recht Darling, und ich habe wirklich keinen Grund deshalb betrübt zu sein, denn wichtig ist wirklich nur das wir das alle wissen. So, genug davon, sonst werde ich noch sentimental. Ich muss noch einige Papiere ordnen und werde mich deshalb an meinen Schreibtisch setzen und arbeiten.“

„Ich finde es gut das du so gefühlvoll bist und das auch zeigst. Das ist einer der Gründe warum ich dich sehr liebe. Also bleibe auch in Zukunft weiter schön sentimental. Und ich werde mich jetzt um unsere kleinen Racker kümmern, denn sie haben ihren Pudding verspeist und müssen nun ihren Mittagsschlaf halten.“

Da wir alle beschäftigt sind, geht die Zeit bis zur Rückkehr der Jungs schnell vorbei und wir sind schon sehr gespannt was sie uns zu erzählen haben. Ich hoffe, der Puma ist in den Bergen geblieben und darf weiter dort bleiben, denn ich mag es nicht wenn Tiere getötet werden, auch wenn es manchmal nicht anders geht. Als die Jungs zur Tür reinkommen kann ich es kaum erwarten das sie erzählen was los ist. Meine Sorgen waren aber unbegründet, der Puma ist nicht aus den Bergen herunter in unsere Weidegebiete gekommen. Er findet genug Beutetiere in seiner gewohnten Umgebung und bleibt deshalb unseren Herden fern.

Hoss sagt:

„Ich bin froh das er uns keine Probleme macht, denn er ist ein wirklich prachtvolles Tier. Daher wäre es schon schade gewesen ihn erschießen zu müssen.“

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Und Little Joe fügt hinzu:

„Ja, das sehe ich auch so. Und danach haben wir noch eine Gila Krustenechse gesehen. Sie hier anzutreffen hat uns schon gewundert, denn normalerweise leben sie in der Mojave-Wüste, also nicht ganz so nah bei uns, oder Richtung Mexico in der Sonora-Wüste.“

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Adam:

„Bisher haben wir von ihnen auch tatsächlich selten eine zu sehen bekommen. Doch ich weiß noch so einiges über sie, denn bevor der Lehrer Noah Paterson nach Carson City gegangen ist, hatte ich bei ihm noch Unterricht. Ich habe ihn übrigens heute Vormittag vor dem Country Hotel getroffen und nach kurzer Überlegung hat er mich doch tatsächlich noch erkannt.

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Und genau wie heute, wo er wieder in Virginia City unterrichtet und mit seinen Schülern oft in die freie Natur geht, hat er damals auch mit uns Ausflüge gemacht um uns heimische Pflanzen und Tiere näher zu bringen. Einmal haben wir dann auch eine Gila Krustenechse gesehen und er hat uns alles über sie erzählt. Sie kann bis zu 65 cm lang werden und wiegt im Durchschnitt zwei Kilogramm. Sie hat einen kurzen, aber recht dicken, Schwanz, der während der Winterruhe und in Hungerperioden als Fettspeicher dient. Deshalb ist sie in der Lage über ein Jahr zu fasten. Sie ist dämmerungs- und nachtaktiv und daher bekommen wir sie tagsüber selten zu sehen. Da sie auffällig schwarz und rosa gezeichnet ist, fällt sie einem dann aber schnell ins Auge. Sie lebt aber nicht nur in der Wüste, sondern auch in Halbwüsten. Das hängt davon ab ob sie einen geeigneten Unterschlupf zwischen Felsen findet, oder in einem bereits von einem Kaninchen angelegten Bau. Daher ist sie besonders oft in felsigen oder steinigen Gebieten anzutreffen. Obwohl sie bodenbewohnend ist, klettert sie im Unterwuchs bis zu 2,5 m hoch um Vogelnester zu plündern. Kopf und Schwanz sind beim Männchen größer als beim Weibchen, wahrscheinlich wegen der Kämpfe die sie als Rivalen um ein Weibchen ausfechten. Sie ernährt sich fast ausschließlich von Reptilien- und Vogel-Eiern und ab und zu auch mal von anderen Kleintieren. In der kalten Jahreszeit so ab November macht sie so eine Art Winterruhe in ihrem Unterschlupf, sonnt sich dann aber an wärmeren Tagen gerne neben ihrem Unterschlupf. Das Ende der Winterperiode ist ungefähr im März, und zwischen April und Juni sind sie am aktivsten. Dann gibt es für sie besonders reichhaltige Beute. Sie erreicht im dritten Lebensjahr ihre Geschlechtsreife. Im Frühjahr kämpfen die Männchen darum wer sich paaren darf, das geschieht in einer Art Ringkampf, oft einige Male hinter einander. Die Weibchen legen im Juli oder August zwischen fünf und fünfzehn Eier in selbstgegrabene Gruben, die nach der Eiablage sorgsam geschlossen werden. Dann bleibt es in der Nähe dieser Grube um sie gegen Feinde zu verteidigen. Nach ungefähr dreißig Tagen schlüpfen die Jungtiere, die dann bereits schon so kompakt aussehen wie ihre Eltern. Gila-Krustenechsen erreichen ein Alter von durchschnittlich 20 Jahren. Sie sind hochgiftig, aber das Gift wird hauptsächlich zur Verteidigung eingesetzt. Der Biss von ihnen kann für Menschen tödlich sein, aber da sie sehr versteckt leben und nur beißen wenn sie provoziert werden, sind sie eigentlich für uns ungefährlich.“
Ich bin überrascht das Adam das alles noch aus seiner Schulzeit her behalten hat, aber er erklärt es damit das ihn diese Tiere wegen der langen Zeit die sie ohne Nahrung leben können fasziniert haben, der Lehrer ausführlich über sie berichtet hat und er daher so viel über sie weiß.
Aber die Drei haben noch mehr erlebt, denn auf dem Rückweg nach Hause haben sie noch einen ungefähr zwei Jahre alten hübschen Mustang entdeckt, der alleine unterwegs war.

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Abgesehen davon das Pferde Herdentiere sind und sich in Gemeinschaft wohler fühlen, ist es sicherer für sie in einer Gruppe zu sein. Die Mustangs, die auf der Ponderosa leben, werden in Abständen selektiert und junge Hengste kommen dann zum Zureiten auf die Ranch und werden später verkauft. Für die Jungs war es daher klar ihn zu fangen, was zu Dritt auch nicht so schwer gewesen ist. Sie haben ihn dann auf einer Weide mit anderen Junghengsten gelassen und erst einmal beobachtet wie sich diese mit ihm vertragen. Im Moment ist auch noch ein Weidecowboy dort um Notfalls eingreifen zu können.

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Ben und ich beschließen ihn uns am nächsten Tag anzuschauen, denn so haben wir einen Grund mal wieder gemeinsam einen Ausritt zu machen. Darauf freue ich mich schon sehr, und als wir schlafen gehen sage ich zu Ben:

„Ich bin ganz happy das wir morgen endlich mal wieder ausreiten, das wird uns gut tun.“

„Ja, das stimmt wohl. In der Hektik der letzten Zeit hatten wir kaum mal Gelegenheit dazu. Dabei hatten wir uns doch vorgenommen regelmäßig auszureiten.“

Ich schmiege mich in Bens Arme, denn wir mögen es Zeit für uns alleine zu haben und wissen es zu schätzen, dass wir uns vom Stress des Tages erholen können. Am Morgen kann ich es kaum abwarten das das Frühstück beendet wird und wir die Pferde satteln können. Adam passt auf die Zwillinge auf, so dass wir unbesorgt aufbrechen können. Zuerst schauen wir uns den neuen Mustang an, dann reiten wir noch ein Stück Richtung Washoe Lake. Wie immer finde ich die Landschaft bei uns wunderschön, dazu noch der Sonnenschein, da kann es einem doch nur gut gehen und ich genieße diesen Moment, genau wie Ben.

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Aber jeder schöne Moment ist zu Ende, und so müssen wir uns langsam auf den Rückweg machen. Unterwegs treffen wir auf Rios Sohn Randy, und der sieht heute irgendwie fröhlicher aus als sonst. Als ich ihn darauf anspreche steigt er von seinem Pferd.

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Mit einem strahlenden Lächeln erklärt er:

„Stimmt, Mrs. Cartwright. Das liegt wohl daran das ich mit dem entzückendsten Mädchen der Welt zusammen bin und jetzt zu ihr reite.“

Ben fragt:

„Wer ist denn die Glückliche die dein Herz erobert hat?“

„Ich glaube, Sie kennen sie nicht, denn zum einen wohnt sie ein wenig außerhalb, und zum anderen lebte die Familie immer zurück gezogen. Sie heißt Nicole Snyder, und ihre Farm, auf der sie mit ihrem Bruder wohnt, ist hier in der Nähe. Wenn Sie mögen, dann kommen sie doch einfach mit und lernen sie kennen.“

Ben und ich schauen uns an, und weil wir Randy sehr mögen, begleiten wir ihn. Er erzählt uns unterwegs das Nicole nach dem Tod ihrer kränkelnden Mutter bereits im Alter von vierzehn Jahren den Haushalt alleine gemacht hat und sich um den jüngeren Bruder kümmerte. Vor zwei Jahren ist dann auch noch der Vater verstorben, da war Nicole gerade mal 19 Jahre alt. Sie hat dann alles getan um die Farm zu halten, damit sie und ihr Bruder nicht ihr Zuhause verlieren. Sie baut Obst und Gemüse an, backt selbst Brot, und es gibt zwei Kühe und viele Hühner, und so können sie sich selbst versorgen. Um etwas Geld für andere benötigte Dinge zu bekommen hat sie nach und nach die Hühnerschar vergrößert und verkauft die Eier in Virginia City ans Country Hotel und an Mabel für deren General Store. Nun sind wir aber neugierig geworden, denn dieses Mädel scheint etwas Besonderes zu sein, sie lässt sich nicht unterkriegen und hat ihr Leben im Griff. Bald darauf sind wir am Haus der Snyders. Nicole kommt gerade mit einem Korb voll Eier aus dem Stall.

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Dann sieht sie Randy, und die beiden begrüßen sich ganz herzlich und schauen sich gegenseitig ganz verliebt an.

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Randy stellt uns vor, und wir finden, die Beiden sind ein wirklich hübsches Paar. Nun wird es für uns aber höchste Zeit nach Hause zu reiten, bevor Hop Sing mit dem Mittagessen auf uns warten muss. Das mag er nämlich so gar nicht, und er kann in solchen Fällen immer kräftig schimpfen, und das möchten wir verhindern. Also verabschieden wir uns, machen uns auf den Weg und sind bald wieder am Ranchhaus angekommen. Die Jungs sitzen schon am gedeckten Tisch, die Zwillinge kommen angerannt um uns zu umarmen und sich von uns ordentlich knuddeln zu lassen, und Hop Sing trägt das Essen auf. Wie immer haben wir genug Gesprächsstoff, und als wir erzählen das wir Randy getroffen haben und dieser jetzt eine feste Freundin hat, sind die Jungs ganz erstaunt darüber, denn das haben sie auch noch nicht gewusst. Doch genau wie wir freuen sie sich für ihn, und sie wollen bald mal mit ihm zu Nicole reiten um sie ebenfalls kennen zu lernen. Dann teilt Adam uns mit das er ein Telegramm seiner Reederei bekommen hat und am nächsten Tag abreisen wird.

„Ich wäre gerne noch länger geblieben, denn irgendwie fühle ich mich immer hin- und hergerissen zwischen meinem Leben in San Francisco und hier auf der Ponderosa. Ich werde euch vermissen.“

Auch Ben hätte seinen Ältesten gerne für immer hier, aber bei Adam kommt wohl mehr das Seefahrer-Gen durch, weil er da wohl mehrfach vorbelastet ist. Seine Mutter Elizabeth kommt aus einer Seefahrerfamilie, denn ihr Vater, Grandpa Abel Morgan Stoddard, war Captain, und auch Ben ist längere Zeit zur See gefahren.

Hoss und Little Joe beschließen zum Abschied den Abend unter Brüdern zu verbringen. Sie wollen ein Lagerfeuer anzünden um dort in Erinnerung an alte Zeiten ein paar Lieder zu singen, denn Adam hat noch seine Gitarre auf der Ponderosa.

Es ist schön zu sehen wie gut die Drei sich verstehen, es gibt sie also, die echte Bruderliebe.

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Und für Ben ist das die Bestätigung das er bei ihrer Erziehung alles richtig gemacht hat, denn für ihn war es nicht einfach sie fast alleine großziehen zu müssen. Nun hat er allen Grund stolz auf sie zu sein, und das sage ich ihm dann auch, und er legt seinen Arm um mich und antwortet mir:

„Ich habe einige Schicksalsschläge aushalten müssen, aber nun meint das Leben es so gut mir. Ich habe nicht nur drei prächtige große Söhne, sondern auch zwei niedliche kleine Kinder und eine wunderbare Frau an meiner Seite, mit der ich glücklich bin.“

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Der schöne Mustang auf dem Mold des Pinto wurde repainted von Andrea Dalchau. Sie verkauft auf eBay unter dem Verkäufernamen "de.dalch" und er passt sehr gut in unsere Conga.

Randys Pferd trägt ein Westernset von Regina Lerche.
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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitrag von Casira » 11. Juli 2020, 16:46

Das ist wieder eine schöne Geschichte und die Junghengste Herde ist toll. :D
Die Zeitung ist auch klasse!

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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitrag von Aaylo » 11. Juli 2020, 19:39

Mir gefällt die Story auch wieder gut. Das letzt Bild finde ich besonders schön!

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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitrag von Winterpferd » 12. Juli 2020, 08:48

eine schöne abwechslungsreiche Geschichten mit sehr schönen Bildern.
Das letzte Bild ist klasse, so romantisch.
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Annie Cartwright
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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitrag von Annie Cartwright » 12. Juli 2020, 18:09

Freue mich immer wenn die Geschichten und Fotos gefallen finden. Danke für eure netten Feedbacks.
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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitrag von shanti » 12. Juli 2020, 21:18

Das letzte Bild ist wirklich super! Aber auch die anderen Fotos und die ganze Story. Schöne Mustangs, tolles Tack wie immer, ich schau mir alles immer gerne an!! :D
Mein kleiner Fotostream, wird langsam ergänzt.. ;)

http://www.flickr.com/photos/41994867@N02/

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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitrag von Annie Cartwright » 12. Juli 2020, 22:37

Danke dir! Ja, seit ich auf die Idee gekommen bin schöne Landschaftsbilder mit meinen Figuren im Vordergrund zu zeigen, habe ich unendlich viele Möglichkeiten immer wieder was Neues passend zu den Geschichten zu fotografieren.
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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitrag von salubia » 14. Juli 2020, 10:06

Absolut genial, Deine Geschichten aus dem Wilden Westen. Diese Mustangherde sieht toll aus und das letzte Bild ist einfach zum Träumen schön! :D
Viele Grüße
Sabine

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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitrag von Annie Cartwright » 01. August 2020, 19:25

Nun gibt es bereits die nächste Geschichte, etwas länger und mit mehr Fotos. Ich hoffe, ich kann euch damit ein wenig Freude bereiten.

Death Valley

Adam steht mit gepacktem Koffer an der Tür, denn er muss nach Virginia City gebracht werden um die Stage Coach nach San Francisco zu erreichen. Die Zwillinge haben so lange gebettelt ihn begleiten zu dürfen, dass Ben und ich uns entschlossen haben ihn selbst mit dem Zweispänner zu fahren. Jubelnd klettern sie zu ihm in die Kutsche, und ich finde so einen ungeplanten Familienausflug ganz nett und freue mich darüber. Nach Abfahrt der Stage Coach winken ihm unsere Kleinen fröhlich hinterher, Ben holt noch schnell die Post ab, und dann machen wir uns auf den Heimweg.

Dabei überholen wir die Stage Coach aus der Gegenrichtung und sehen nach langer Zeit den Trapper Archie Blunt wieder, der wegen seines skurrilen Verhaltens allgemein nur Crazy Archie genannt wird.

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Archie, der aus England ausgewandert ist und nie einen Westernsattel benutzt sondern einen englischen Reitsattel, ist wie immer mit erhobenen Waffen unterwegs. Er reitet immer noch seine Fuchsstute Sally und auch seine Eselstute Rosita ist noch bei ihm. Die Zwillinge finden es total lustig das die Eselin mit Töpfen und Geschirr beladen ist, denn sie haben vorher noch nie erlebt das jemand mit seinem Hausrat unterwegs ist.

Wir fahren weiter, und an diesem Teil des Weges ist an der rechten Seite hügeliges Gelände und dort taucht auf einmal ein Pronghorn auf, und hinter ihm noch ein weiterer, etwas kleinerer.

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Ben vermutet es ist der Bock, den wir vor ein paar Tagen schon einmal gesichtet haben. Ich bin erstaunt das ich jahrelang hier kein Pronghorn zu Gesicht bekommen habe, und uns jetzt auf einmal innerhalb kurzer Zeit sogar zwei davon begegnen. Die Zwillinge bekommen große Augen, denn sie haben zuvor noch nie ein Pronghorn gesehen. Sie kennen mit Hörnern auf dem Kopf nur Rinder, und daher ist der Anblick dieser unbekannten Tiere für sie richtig spannend. Sie hüpfen aufgeregt in der Kutsche hin und her und verrenken sich fast den Hals um sie möglichst lange noch sehen zu können, denn erschreckt durch die Toberei haben die Böcke die Flucht ergriffen. Ich erkläre den Zwillingen das es keine Haustiere, sondern frei in der Wildnis lebende Tiere sind und kann nur hoffen, dass etwas von meiner Information in ihren Köpfchen hängen bleibt, denn eigentlich sind sie ja noch zu klein um solche Dinge zu lernen.

Bald darauf kommen wir am Ranchhaus an, und Hoss wartet dort bereits auf uns, denn es ist Zeit zum Mittagessen. Little Joe fehlt, und von Hoss erfahren wir, dass er nach Virginia City geritten ist um sich dort mit Mitch Evans zu treffen. Mitch hat eine Zeitlang als Rodeoreiter gearbeitet, möchte jetzt eine Pferderanch aufbauen und Joe soll ihm helfen einen passenden Grundbesitz zu finden. Daher fangen wir ohne ihn mit dem Essen an, denn Hop Sing kann ihm später etwas aufwärmen. Die Zwillinge erzählen Hoss ganz aufgeregt was sie alles gesehen haben, und wir haben Mühe sie zum Mittagsschlaf hinzulegen.

Der Tag geht schnell vorbei, wir haben bereits unser Abendessen hinter uns und die Zwillinge zu Bett gebracht, und Little Joe ist noch nicht wieder zurück. Da dies so gar nicht seine Art ist, fangen wir an uns ein wenig Sorgen zu machen. Die Dämmerung setzt ein und Ben und Hoss beraten, ob sie nicht nach Joe suchen sollen. Diese Entscheidung wird ihnen jedoch abgenommen, denn wir bekommen eine Nachricht von Flaco das Little Joe mit Sheriff Coffee unterwegs ist und wir uns daher keine Sorgen machen sollen.

Drei Tage vergehen, dann endlich hören wir am Abend wie Joe auf den Hof reitet. Erleichtert gehen wir zur Tür, da kommt Joe uns schon entgegen und bittet Hoss sein Pferd zu versorgen. Er sieht erschöpft aus, trinkt erst einmal hastig ein großes Glas Wasser, dann setzt er sich und holt tief Luft, wartet bis Hoss wieder im Haus ist und dann erzählt er uns was los war:

„Ich hatte mich mit Mitch Evans in Virginia City verabredet, und während ich auf ihn wartete habe ich mich ein wenig mit Sheriff Coffee unterhalten. Plötzlich raste eine Kutsche heran, und als wir näher hingeschaut haben, sahen wir auf dem Kutschbock den kleinen Sohn der Chapmans, der zitternd die beiden Kutschpferde vor der Praxis von Doc Reynolds zum Stehen brachte. Auf der Ladefläche lagen seine Eltern, und der Junge rief laut nach dem Doc. Daraufhin bin ich mit Roy Coffee sofort hingerannt um zu helfen, und wir sahen eine entsetzlich zugerichtete Mrs. Chapman voller Blutergüsse und zerrissener Kleidung, und Richard Chapman mit stark blutendem Bein und einer Schulterverletzung. Der Doc stürmte aus seiner Praxis und ließ die beiden Verletzten herein tragen. Und während er sich um ihre Versorgung kümmerte, hat uns Richard Chapman berichtet das er auf einem nahe gelegen Feld arbeitete und sein Sohn Marty ihn begleitete. Deshalb war Mrs. Chapman alleine zu Hause. Marty sollte dann nochmal nach Hause zurückgehen um ein Werkzeug zu holen das Richard vergessen hatte. Als er sich dem Haus näherte, sah er zwei Männer die seine Mutter gepackt hatten und wie diese sich verzweifelt wehrte. Erst wollte der Junge seiner Mutter zu Hilfe eilen, aber dann war ihm klar das er gegen zwei Erwachsene keine Chance hat, und er ist zurück zu seinem Vater gerannt. Leider war der ohne Pferd und ohne Waffe, so dass er ein paar Minuten brauchte bis er am Haus sein konnte. In der Zwischenzeit haben die Kerle die Mutter brutal zusammen geschlagen und waren dabei ihr die Kleider vom Leib zu reißen. Als Richard sich auf sie stürzte haben sie dann von ihr abgelassen und sind geflüchtet. Einer von ihnen hat aber noch auf ihn geschossen und ihn dabei zweimal getroffen. Marty hat dann die Kutsche geholt und seine Eltern nach Virginia City gebracht. Sheriff Coffee wollte sofort die Verfolgung aufnehmen und stellte einen kleinen Suchtrupp zusammen. Da ich gerade am Sheriff´s Office stand war klar, dass ich mich diesem anschließe. Zufällig waren auch Randy und unser Weidecowboy Raymond vor Ort, kurz danach kamen dann auch Mitch und Colin Bates und somit waren wir dann zu Sechst und das reichte für einen Suchtrupp aus.

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Wir sind dann sofort zum Farmhaus der Chapmans um von dort mit der Verfolgung zu beginnen. Das Mitch dabei war ist für uns ein großer Vorteil gewesen, denn seine Mutter ist eine Comanchin, und er hat lange Zeit mit seinem Vater bei deren Stamm gelebt. Deshalb ist er ein ausgezeichneter Spurenleser und bemerkt so manches, was wir übersehen.

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Von den Chapmans bekamen wir die Information das einer der Männer ein Mexikaner ist, und der andere zwar wie ein Mexikaner gekleidet war, aber dem Aussehen nach wahrscheinlich ein Indianer oder ein Halbblut sein muss. Der Mexikaner ritt einen Rappen ohne irgendwelche Abzeichen und er hatte einen silberbeschlagenen Sattel sowie eine auffällig verzierte Trense. Der andere hatte einen Braunschecken. Mrs. Chapman hat den Mexikaner im Gesicht gekratzt und nur aufgrund ihrer heftigen Gegenwehr ist ihr das Schlimmste erspart geblieben, weil dann auch noch Richard gekommen ist und die Beiden die Flucht ergriffen haben. Sheriff Coffee hatte zunächst Bedenken das sich die Hufspuren mit anderen Spuren vermischen könnten und wir sie dadurch nicht mehr weiter verfolgen können. Doch als Mitch ihre Fährte aufgenommen hat stellte er fest, dass eines der Pferde unbeschlagen ist, was die Vermutung der Chapmans bestätigte das einer der Täter ein Indianer ist. Somit würden wir später immer wieder ihren Weg nachverfolgen können. So ging es zügig voran, und wir kamen an einen kleinen Bach. Mitch hob den Arm um zu zeigen, dass wir hier anhalten sollen.

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Scheinbar hatten die beiden Verfolgten hier ihre Pferde getränkt und wahrscheinlich ihre Wasserflaschen aufgefüllt. Erst jetzt ist uns aufgefallen das wir in der Eile ohne Wasserflaschen losgeritten sind, was natürlich ein Manko war, denn wir wussten nicht wie lange wir unterwegs sein würden. Auch wir haben unsere Pferde ans Wasser geführt und sie saufen lassen um dann selbst noch etwas zu trinken bevor es weiter ging. Nach einiger Zeit vermutete Mitch das es in Richtung Death Valley gehen würde, und damit sollte er Recht behalten. Nun wurde es schwieriger die Hufabdrücke zu sehen, und daher mussten wir öfter anhalten und nach Spuren suchen.

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Dann jedoch kamen wir an einen Teil des Death Valley wo es viel Sand und Dünen gibt. Hier kann man kaum noch Hufabdrücke erkennen, denn durch den Wind wird immer wieder der Sand bewegt. Wir mussten erneut anhalten, denn weit und breit war von den Banditen nichts zu sehen, überall nur Sand. Dazu die hohe Temperatur, denn wir haben Sommer und da sind dort oft 40°C und mehr.

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Wir haben uns beraten und dann den Entschluss gefasst nicht mehr weiter zu reiten. Zum einen hatten wir keine Wasserflasche bei uns, zum anderen gab es keine Spuren mehr um zu wissen welchen Weg sie genommen haben. Es wäre daher leichtsinnig auf gut Glück in der Gegend herum zu suchen, und sowohl die Pferde als auch wir würden in der Hitze ohne Wasser irgendwann schlapp machen. Es gibt einige kleine Quellen im Death Valley, aber ohne Führer wissen wir nicht wo, und außerdem sind sie gerade im Sommer oft ausgetrocknet. Mitch weiß das es im Death Valley eine kleine Indianer-Ansiedlung gibt an einer Stelle die Furnace Creek heißt, in der der Stamm der Koso, auch als Timbisha Shoshonen bekannt, lebt, und es kann daher gut sein das der flüchtende Indianer zu diesem Stamm gehört und sich daher bestens im Death Valley auskennt. Notgedrungen sind wir daher wieder nach Virginia City zurück. Vor dem Sheriff´s Office stand Flaco und er hatte interessante Neuigkeiten für uns.

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Flaco war auf die Idee gekommen sich die vorliegenden Steckbriefe anzuschauen, und tatsächlich hat er einen für den Mexikaner gefunden. Der hat einiges auf dem Kerbholz, angefangen bei einem Banküberfall bis hin zu einem Mord. Er ist bekannt unter dem Namen „El Diablo negro“ (übersetzt „schwarzer Teufel“) und wird daher in Arizona, New Mexico und Texas gesucht. Aufgrund dieser Informationen ist es durchaus möglich das El Diabolo nach Mexico zurück will, und wenn er durch die Mojave Wüste mit dem Death Valley und anschließend durch die Sonora Wüste flüchtet, ist das für ihn der kürzeste Weg und er läuft nicht Gefahr irgendwo verhaftet zu werden. In Kalifornien wird er ja scheinbar noch nicht gesucht. Sheriff Coffee schickt jetzt Telegramme an die Sheriffs der anliegenden Bundesstaaten in der Hoffnung, dass er so vielleicht doch noch erwischt wird. Flaco konnte uns dann noch berichten das die Chapmans nach der Behandlung durch den Doc wieder auf ihre Farm zurückfahren konnten. Sie können wirklich froh sein das sie noch so glimpflich davon gekommen sind. Auch Marty hat sich von der ganzen Aufregung ganz gut erholt. Muss schlimm für ihn gewesen sein, denn er ist ja erst fünf Jahre alt. So, nun habe ich aber einen Riesenhunger, ich könnte ein großes Steak vertragen. Und nach dem Essen werde ich sofort in mein Bett gehen bevor mir hier noch die Augen zufallen.“

Hop Sing, der alles mit angehört hat, verschwindet sofort in seiner Küche um für Little Joe ein großes Steak in die Pfanne zu hauen.

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Und Joe, getrieben vom Hunger, verdrückt sich ebenfalls in die Küche in der Hoffnung, dass er von Hop Sing vor dem Steak noch einen Snack bekommt. Hop Sing macht ihm daher schnell noch ein Sandwich, und er hat auch noch einen Krug Bier für ihn. Nach dem Aufenthalt im heißen Death Valley gönnt sich Little Joe erst mal einen kräftigen Schluck, um sich dann dem Sandwich zu widmen.

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Durch Joes Erzählungen über das Death Valley kommen bei Ben und mir Erinnerungen hoch, denn nachdem ich auf der Ponderosa eingezogen bin, hat mir Ben viel von Nevada gezeigt damit ich meine neue Heimat besser kennenlernen kann. Und so sind wir dann auch mit einem Führer durch das Death Valley geritten, allerdings im November, denn dann ist es dort nicht so brütend heiß weil die Temperatur maximal 20°C beträgt.
Das Death Valley ist eine Wüste mit vielen verschiedenen Gesichtern und 12.000 Quadratkilometern Wildnis, denn dort gibt es nicht nur leuchtende Sanddünen, sondern auch Berge, Canyons, farbige Gesteinsschichten und wasserdurchflutete Schluchten sowie einen Salzsee. Sie ist die Heimat der Timbisha Shoshonen die bereits seit 9.000 Jahren in diesem Gebiet leben und es „Ground Afire“ (übersetzt: „in Flammen stehender Boden“) nennen. Dort wo Wasser verfügbar ist und Vegetation vorhanden ist, gibt es einzigartige Pflanzen und auch Tiere, die sich an die widrigen Lebensumstände angepasst haben, wie Dickhornschafe, Kojoten, Pumas, Maultierhirsche und Bobcats/Luchs, aber auch Vögel und Reptilien. Wenn es ausnahmsweise mal regnet, dann verwandelt sich die Wüste in einen blühenden Garten.

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Desert Holly (Wüsten Holly) – Atriplex Hymenelytra

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Joshua Baum

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Rock Lady (Wüsten Dame) – Holmgrenanthe petrohila
wächst an den Wänden von Kalksteinschluchten und ist eine sehr seltene Pflanze

Das Death Valley ist vor etwa 3 Mio. Jahren entstanden. Kräfte im Erdinneren brachen die Oberfläche in Blöcke und schafften so ein abwechselndes Berg- und Talmuster. Während der Eiszeit bildeten sich im Basin Seen und hinterließen verschiedene Schlammschichten und große Salzablagerungen, die auch heute noch sichtbar sind.

Den Namen Death Valley (übersetzt „Tal des Todes“) erhielt das Tal erst im Jahr 1849 als sich eine Gruppe Goldsucher und Pioniere mit rund 100 Wagen von Salt Lake City aus aufmachte um nach Kalifornien zu ziehen. Sie folgten dem Old Spanish Trail und haben sich dann auf der Suche nach einer Abkürzung verirrt. Wochenlang konnten sie keinen Weg aus dem Tal finden, aber zum Glück gab es an verschiedenen Quellen in der Gegend frisches Wasser und sie schlachteten mehrere ihrer Ochsen um zu überleben. Das Holz ihrer Wagen verwendeten sie um das Fleisch zu kochen. Dann haben sie die Wagen zurückgelassen und schafften es aus dem Tal zu wandern. Als sie es verlassen hatten, drehte sich eine Frau aus der Gruppe um und sagte: „Good Bye Death Valley“. Der Name bezog sich jedoch mehr auf die schlimmen Verhältnisse im Tal, denn aus der Gruppe hat nur ein älterer Mann sein Leben verloren, und das wohl auch nur weil er gesundheitlich angeschlagen war und die Strapazen für ihn zu viel waren.

Der tiefste Punkt im Death Valley, aber auch der tiefste Punkt der USA, ist das Badwater Basin. Das ist der Rest von einem urzeitlichen See, ursprünglich mal 150 km lang und 180 m tief, der ausgetrocknet ist und von dem nur noch eine Salzfläche geblieben ist.

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Aussichtspunkt Dantes View, von hier hat man einen tollen Ausblick über das Death Valley und auf das Badwater Basin.

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Arist Point
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Natürlich gibt es in einer Wüste auch Sand und Dünen.

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Mesquite flats

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Doch das Death Valley hat noch mehr zu bieten, denn es gibt dort viele Berge. Einige mit ganz fantastischen Farben, die entstanden sind durch oxidierte Metallvorkommen wie Eisen oder Kupfer. Ein faszinierender Anblick, oder?


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Furnace Creek

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Zabriskie Point

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In der nördlichen Hälfte des Death Valley ist ein großer Vulkankrater zu sehen, der Ubehebe Krater. Er ist 500 m breit und über ungefähr 200 m tief und einige Hundert Jahre alt.

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Ebenfalls interessant sind die Schluchten und Canyons im Death Valley, die so gar nicht in eine Wüstenlandschaft passen und zeigen, wie abwechslungsreich die Landschaft hier ist.

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Titus Canyon
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Auf dem Rückweg lief uns dann noch ein Vogel über den Weg, dessen Verhaltensweisen sehr interessant sind, nämlich ein Road Runner (auch als Wegekuckuck oder Großer Rennkuckuck bekannt). Er gehört zu den Kuckucksvögeln und hat sehr lange Beine. Er lebt überwiegend am Boden und ist nicht, wie viele Vertreter aus der Ordnung der Kuckucksvögel, ein Brutschmarotzer, sondern er zieht seinen Nachwuchs selbst groß. Ein ausgewachsener Road Runner wird bis zu 60 Zentimeter lang (gemessen incl. Schwanz, der hat durchschnittlich 28 Zentimeter), und er hat einen schwarzen, lange Schnabel der leicht nach unten gebogen ist. Kopf, Scheitelhaube, Rücken und Schwanz sind dunkelbraun mit hellen Sprenkeln, Kehle und Bauch sind jedoch hell. Im Durchschnitt wiegt er rund 300 Gramm, kann jedoch bei einem sehr guten Nahrungsangebot ein Gewicht von mehr als 500 Gramm erreichen.

Die langen Beine und der lange Schwanz ermöglichen ihm seine rennende Lebensweise und er ist ein extrem guter Läufer, der eine Höchstgeschwindigkeit bis zu 32 km/h erreichen kann. Am liebsten läuft er auf glatten Böden, ohne Vegetation. Wie bei allen Kuckucksvögeln zeigen die beiden äußeren Zehen nach hinten und die beiden inneren nach vorne. Wenn er läuft hält er Kopf und Schwanz parallel zum Boden und setzt den Schwanz wie ein Ruder ein um die Richtung zu wechseln. Nur gelegentlich fliegt der Road Runner eine kurze Strecke, so auch um zwischen zwei Baumwipfeln, die nicht mehr als fünf Meter auseinander stehen, die Distanz zu überbrücken. Die Flügel werden auch eingesetzt um von einem oberen Platz oder auch von seinem Nest zu Boden zu gleiten.

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Der Road Runner lebt in Steppen, Wüsten und Halbwüsten im Südwesten der USA und in Nordmexico. Er mag Gebiete mit hohen Sträuchern und Büschen. Er hat eine energiesparende Methode entwickelt mit denen er kalte Wüstennächte gut ertragen kann. In der Nacht senkt er seine Körpertemperatur und kommt so in eine Art Kältestarre. Auf dem Rücken hat er dunkle, nackte Hautflecken und diese setzt er am Morgen durch Spreizen seines Gefieders der Sonne aus. Dadurch steigt seine Körpertemperatur schnell wieder auf einen normalen Temperaturwert. Er ist überwiegend in den Morgenstunden und am Nachmittag aktiv und entgeht so der Mittagshitze, denn dann bleibt er im Schatten. Erwachsene Road Runner können über die Nahrungsaufnahme ihren kompletten Bedarf an Flüssigkeit decken, trinken jedoch auch wenn sie dazu Gelegenheit haben. Sie sind Allesfresser, und da sie die meiste Zeit am Boden verbringen jagen sie dort Schlangen, Insekten, Spinnen, Eidechsen, kleine Vögel und Nagetiere. Rund 80 Prozent ihrer Nahrung besteht auf Insekten wie Grillen, Käfer, Raupen, Bienen, Wespen und Ameisen. Sie fressen aber auch Samen und Früchte. Ein Road Runner kann bis zu drei Meter hochspringen um fliegende Insekten zu fangen und er frisst auch Aas. Bevor er größere Beutetiere verschluckt, schlägt er diese mehrmals gegen eine harte Oberfläche und er ist in der Lage Klapperschlangen zu fangen. Er tötet sie indem er ihren Kopf auf den Boden schlägt.

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Road Runner leben das ganze Jahr über paarweise in ihrem Revier und sie sind monogam. Die Reviergröße beträgt etwa 1 Quadratkilometer und das Männchen verteidigt sein Revier gegenüber einem eindringenden anderen Männchen mit Drohgebärden. Dabei werden die Steuerfedern nach oben gespreizt und langsam hin- und her geschwungen. Während der Fortpflanzungszeit sind Männchen und Weibchen gemeinsam anzutreffen, doch sobald der Nachwuchs flügge ist sind sie einzeln unterwegs, bleiben jedoch in ihrem Revier.

Während der Balz gehören stundenlange Verfolgungsjagden auf dem Boden zum Balzritual. Das Männchen versucht vor der Paarung dem Weibchen zu imponieren und läuft mit angehobenen Flügeln und gesträubter Federhaube herum, schlägt dann die Flügel gegen die Körperseiten und erzeugt damit einen deutlich zu vernehmenden Laut. Weiteres Imponiergehabe ist das Wippen mit der Steuerfeder, wobei er sich dem Weibchen zuwendet und in seinem Schnabel ein Beutetier oder Pflanzenmaterial trägt.

Sein Nest baut er in einer Höhe von 0,5 bis 6 Metern in einer Astgabel von kleinen Bäumen, aber auch in Kakteen oder Dornbüschen. Es ist napfförmig und 15 bis 20 Zentimeter hoch und hat einen Durchmesser zwischen 30 und 45 Zentimetern. Die Nistmulde ist 5 bis 10 Zentimeter tief und hat einen Durchmesser von 15 Zentimetern. Für jedes neue Gelege wird ein Nest gebaut, alte Nester werden kein weiteres Mal benutzt. Die Größe der Gelege ich davon abhängig wie gut das Nahrungsangebot ist, und es hat zwischen zwei und sieben weißliche, gelegentlich auch braune oder grau gefleckte, Eier. Die Weibchen legen sie in einem Abstand von zwei Tagen und sobald das erste Ei gelegt wurde fängt es an zu brüten. Bis zum Schlüpfen der 14 Gramm wiegenden Küken dauert es ungefähr 18 Tage, und mit dem Brutgeschäft sind beide Eltern beschäftigt. Die Männchen sitzen immer in der Nacht auf den Eiern, und am Tage wechseln sich die Elternvögel ab. Die kleinen Road Runner schlüpfen nicht auf einmal, weil die Eier in Abständen gelegt wurden. Daher kann der Altersunterschied der Nestlinge bis zu 7 Tage betragen. Sie werden von beiden Elternteilen aufgezogen und ein Elternteil bleibt in ihrer Nähe und hudert (schützt sie vor Witterungseinflüssen) oder beschattet sie, indem die Flügel über ihnen ausgebreitet werden. Ihre Haut ist bis auf das weiße Kinn schwarz gefärbt. So können sie die Sonnenstrahlen besser aufnehmen und die Körpertemperatur kann am Morgen schneller ansteigen. Wird es den Kleinen zu warm, dann ziehen sie sich in den Schatten zurück. Während der ersten Lebenstage werden sie überwiegend mit Insekten gefüttert, danach aber mehr mit Wirbeltieren.

Die jungen Vögel können bereits ab ihrem 11. Lebenstag laufen und haben dann ein Gewicht von ungefähr 130 Gramm. Ab dem 16. Lebenstag sind sie schon in der Lage zu rennen und picken nach Beutetieren, erbetteln aber trotzdem noch Futter von ihren Eltern. Zwischen dem 17. und 19. Lebenstag verlassen sie dann für gewöhnlich das Nest, werden aber von den Elterntieren noch 30 bis 40 Tage gefüttert, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt gemeinsam mit ihren Eltern nach Nahrung suchen.

Für mich waren diese Informationen total spannend, und deshalb sind mir diese Vögel besonders gut im Gedächtnis geblieben, zumal ich diese flotten Kerlchen aufgrund ihres Lebensraums in der Wüste nicht häufig zu sehen bekomme. Wenn die Zwillinge größer sind, dann möchte ich gerne noch einmal mit Ben das Death Valley besuchen und den Beiden nicht nur die tolle Landschaft, sondern auch den Road Runner zeigen.

Little Joe hat sein Mahl beendet und verabschiedet sich für heute weil sein Bett nach ihm ruft. Da auch die Zwillinge bereits schlafen, gehen Ben und ich noch einmal nach draußen um frische Luft zu schnappen. Der Abend ist recht mild und es ist noch hell. Daher stellt Ben ein Bänkchen für uns auf und wir setzen uns vor dem Stall noch ein wenig hin.

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Es ist recht still, nur ab und zu ist das Schnauben eines Pferdes zu hören. Wir genießen es hier zu sein und da wir gerade in Erinnerungen schwelgen, müssen wir auch an unsere wunderbare Reise nach Mexico denken. Aber auch das Jetzt ist für uns schön und wir sind dankbar dafür, dass es uns gut geht und wir zusammen sein können.
Zuletzt geändert von Annie Cartwright am 02. August 2020, 20:15, insgesamt 1-mal geändert.
"Wir leben nicht wie wir es wünschen, sondern wie wir können." BEN CARTWRIGHT in BONANZA

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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitrag von Lora » 02. August 2020, 19:35

Schöne bilder und interessante Geschichte, hoffe die Ganoven können noch gefasst werden.
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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitrag von shanti » 02. August 2020, 19:59

Eine spannende Geschichte mit tollen Fotos! Spannend, die Suche nach den Ganoven!! Ich hoffe auch, dass sie noch gefasst werden können! Aber bei der Hitze einfach los zu reiten ohne ausreichend Wasservorrat ist wirklich keine gute Idee! :shock: :shock:

Die Landschaftsbilder und die bunten Felsformationen sind einfach irre anzusehen! Als ob die Natur da mal so richtig in die Trick- und Farbekiste gegriffen hätte! :D

Die beiden Pronghorns sind auch schön anzusehen, sie sind ja heutzutage doch selten zu sehen.

Und das leckere dicke Steak, das Hop Sing da zubereitet, würde ich auch gerne verdrücken! :lol:

Und das letzte Foto gefällt mir besonders gut, viel Harmonie und Ruhe. Man muss solche Augenblicke wahrlich genießen!!
Mein kleiner Fotostream, wird langsam ergänzt.. ;)

http://www.flickr.com/photos/41994867@N02/

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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitrag von Casira » 08. August 2020, 15:04

Spannende Geschichte und sehr schöne Bilder dazu! :D

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